Samstag, 22. Juli 2017

Andromedings - Eine Rückschau am offenen Hefte - Teil 2

Wer mein momentanes Lesepensum mitverfolgt, dem ist klar: Der Mann hat Urlaub und viel, viel, viel ... viel Zeit. Jippieh!
So ist es kein Wunder, dass ich in der "zweiten Insel" mittlerweile beim aktuellen Band angelangt und im "Meister der Insel" Zyklus mal wieder einen ordentlichen Satz gemacht habe.

Im Einzelnen nahm ich mir in den letzten Tagen folgende Hefte vor:


PR NEO 152 - Der Feind meines Feindes (Kai Hirdt)

sowie aus dem klassischen Zyklus:

212 - Die Mikro-Festung (W. Voltz)
213 - Giganten am Südpol (H.G. Ewers)
214 - Der Kampf um die Pyramiden (K. Mahr)
215 - Endstation des Grauens (H.G.Ewers)
216 - Aufbruch der Oldtimer (W. Voltz)
217 - Gefahr aus der Vergangenheit (K.H. Scheer)
218 - Brennpunkt Twin (H.G. Ewers)
219 - Teleporter Achtung! (K. Mahr)
220 - Der Tod von den Sternen (C. Darlton)
221 - Verschleppt nach Andro-Alpha (W. Voltz)
222 - Die Doppelgänger von Andromeda (K.H. Scheer)
223 - Die fünfte Kolonne (H.G. Ewers)
224 - Agenten gegen das Imperium (C. Darlton)
225 - Rendezvous im Weltall (K. Mahr)
226 - Die Parasprinter (K.H. Scheer)

Den Anfang machte ich diesmal mit der NEO-Staffel

Die zweite Insel

Tja, was soll ich zu diesem Band sagen. Er hinterließ mich fasziniert und ratlos zugleich. Ich mag Kai Hirdts Sprache, seine Wortwahl und vor allem die Art und Weise, wie er Eric Leyden im Griff hatte.

Kai Hirdt schildert ein verschrobenes Genie außerhalb seiner gewohnten Umgebung und zeigt uns so ganz neue Seiten dieser, wie ich finde, ausgesprochen faszinierenden Figur.

Der Absturz auf einem Planeten, der sich dann als Gefängnis entpuppt ist klassischer SF-Stoff, wie er auch schon unter Captain Kirk zu sehen war. Nichts wirklich Neues, aber echt gut umgesetzt. Selten habe ich so einen großartigen Raumschiffabsturz erlebt, seit die Untertassensektion der Enterprise D durch den Wald gepflügt ist.

Und dann kam der "From Dusk Til Dawn Augenblick" des Romans. Plötzlich haben wir es mit harter, direkter Gewalt und Hinrichtungen zu tun. Starker Tobak, ich war verstört. Wie viel mag hier Exposé und wie viel Autor gewesen sein? Mir war es ein wenig over the top. Nach der Lektüre der Klassiker habe ich aber meinen Frieden mit der Szene gemacht. Schließlich kracht es da auch sehr ordentlich, das scheint wohl zum Zyklus zu gehören. Nun gut.

Der Titel des Bandes erinnerte mich übrigens im Nachhinein an die Aktionen der Akonen in der klassischen Serie: Der Feind meines Feindes - die Akonen wollen mithilfe der Methans die Menschen besiegen.

Die Meister der Insel

Mit der Verkleinerung von Perry und seinen Kumpels scheint die Horror-Springerei zur jeweiligen Falle der Woche ja nun ein Ende genommen zu haben.

Wobei ich mit der Verkleinerungssache immer noch nicht ganz zurechtkomme. Wenn ich einen Körper um das 1000-Fache komprimiere, bekomme ich irgendwann ein thermodynamisches Problem. Sollte ich das umgehen wollen, indem ich die Atome einfach mit verkleinere, kriege ich irgendwann ein quantenphyasikalisches Problem. Das wiederum hätte wohl deutliche Auswirkungen auf ein paar Konstanten und damit auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest.

In den Heften wird das ganze mit so einer Art Potentialkompensator erklärt. Klingt verdammt nach Fluxkompensator und ist wahrscheinlich ähnlich magisch.

Wurst. Nun sind sie ja alle wieder groß und treffen auf einen Gegner, vor dem sogar der halbgottgleiche Atlan feuchte Hände kriegt. Nicht schlecht und schön langsam aufgebaut.

Gut gefallen hat mir auch die Verzahnung mit der scheinbaren Serienvergangenheit im Methankrieg (wobei man sich in der damaligen Autorenschaft offenbar nicht einig war, ob die Methans nun Methan oder Wasserstoff atmen.) Auch das Aufnehmen alter Handlungsschauplätze und bereits vorhandener Techniken war fein.

Alles in allem hatte ich bei den gelesenen Heften den Eindruck, dass alles sehr viel runder und besser aufeinander abgestimmt abläuft, als in den ersten "Zyklen". Ich kann mittlerweile schon nachvollziehen, wie großartig das auf damalige Leser gewirkt haben könnte, und bin gespannt, was da noch so kommt.

Bis jetzt sind die Meister der Insel ja nur ein drohender Schatten.

Ein Kind seiner Zeit

Als ein Symptom seiner Entstehungszeit hat Karl Herbert Scheer den klassischen MdI-Zyklus einmal bezeichnet.

Auch wenn man die Handlungsgänge des klassischen Zyklus und der Neuinterpretation nur schwer miteinander vergleichen kann - in diesem Stadium zumindest, so bietet Scheers Einschätzung meiner Meinung nach einen guten Aufhänger für einen Vergleich.

Den klassischen Heften ist in jeder Zeile der Sturm und Drang, das technische Vorwärtsstreben der 60er anzumerken. Es geht immer weiter. Egal, wie groß die Hindernisse sind, die Terraner packen das.

Und in Perry Rhodan NEO? Das glatte Gegenteil! Alles ist kaputt oder kurz davor auseinanderzubrechen. Die Lage ist komplett aussichtslos. Alles Mist, denn der Feind lauert überall. Das scheint so ein bisschen die Grundstimmung des frühen 21. Jahrhunderts unserer Realität zu sein, oder?

Aber hält gute Science Fiction ihrer jeweiligen Entstehungszeit nicht immer den Spiegel vor? Wie war das denn mit Battlestar Galactica und seinem Remake, oder Kirk, Picard, Sisko und Archer ...

Ad Astra und bis demnächst.






Donnerstag, 20. Juli 2017

Ein Symptom des kalten Krieges


Der Kalte Krieg zwischen Ost und West führte zum Beinahe-Druck auf den Roten Knopf der Fernraketen. Der MdI-Zyklus war ein Symptom der Zeit, in der er geschrieben wurde. (K.H. Scheer im Werkstattband)

Der Zufall wollte es, dass ich mich vor einigen Tagen genau da aufhielt, wo noch vor wenigen Jahren ein undurchdringlicher Zaun, der eiserne Vorhang, Europa geteilt hat. Heute ist der zum Glück abgebaut, und ich kann mich frei über die grüne Grenze von Österreich nach Ungarn bewegen.
Was lag also bei meiner derzeitigen Lektüre näher, als ein wenig auf Spurensuche zu gehen, und einen Teil des MdI-Zyklus genau dort zu lesen - am ehemaligen Eisernen Vorhang.

Nachdem im Jahr 1920 im Vertrag von Trianon über die Zukunft Österreich-Ungarns entschieden worden war, fanden im Jahr 1921 im österreichischen Burgenland noch eine Reihe von Volksabstimmungen über die Zugehörigkeit einzelner Orte zu den neu gebildeten Staaten Österreich und Ungarn statt. Nach diesen Volksabstimmungen konnte die Grenze im Jahr 1922 markiert werden. Viele dieser Steine stehen, wie hier zwischen Mörbisch und Fertőrákos, immer noch:

Ein Grenzstein aus dem Jahr 1922

Wo nach dem Zweiten Weltkrieg ein hoher Zaun die beiden Dörfer bis 1989 voneinander trennte, ist heute wenig mehr zu sehen, als ein verwilderter Grünstreifen, aus dem ab und an ein verwittertes Schild ragt und an vielen Stellen führen Feldwege über die ehemalige Grenze.

Der ehemalige eiserne Vorhang im Jahr 2017

An einem dieser Feldwege steht eine Bank, auf der ich mich niederließ, um "Auf den Spuren der Crest" von H.G. Ewers" und "Geheimwaffe Horror" von K.H. Scheer zu lesen - zum Entstehungszeitpunkt der beiden Romane unvorstellbar, für mich ein besonderes Leseerlebnis.

Ein "Symptom des Kalten Krieges" am ehemaligen Eisernen Vorhang

Montag, 17. Juli 2017

Andromedings - Eine Rückschau am offenen Hefte - Teil 1

ES, irgendwelche Kosmokraten, NEO-Expokraten oder schlicht der Zufall wollten es, dass ich sowohl den klassischen Zyklus "Die Meister der Insel" als auch die Perry-Rhodan-NEO Staffel "Die zweite Insel" parallel lesen kann. Beides zum allerersten Mal, was mir vor einigen Wochen auch schon ein signiertes Plakat zu NEO 150 eingebracht hat. Vielen Dank noch mal nach Rastatt.

Nach der Niederlage von Iratio Hondro kann es nun also endlich losgehen. Ich habe mir vorgenommen, bei diesem Zyklus nicht nur meinen Abschlusseindruck zu hinterlassen, sondern immer mal wieder zwischendurch kurz innezuhalten und ein wenig meine Eindrücke zu schildern.
Mein Vorwissen zum klassischen MdI-Zyklus beschränkt sich auf einige prominente Schlagworte, wie "Faktor", "Icho Tolot", "Mirona Thetin". Bei Neo habe ich zwar alle Texte da (alte Sammlerseele ...), bin aber irgendwo nach der dritten Staffel ausgestiegen und habe fortan nur noch wenige Einzelbände gelesen, habe also auch mit Sicherheit einige recht große Wissenslücken.

Doch nun genug der Vorrede.

Die klassischen Meister der Insel

Im klassischen Zyklus bin ich in den letzten Tagen bis zum Band 211 vorgedrungen. Im Einzelnen kenne ich bis heute folgende Hefte:

200 - Die Straße nach Andromeda (K. H. Scheer)
201 - Sternstation im Nichts (Kurt Mahr)
202 - Die Retter der Crest (Clark Darlton)
203 - Die Stadt der Verfemten (William Voltz)
204 - Das Drung (Kurt Brand)
205 - Der Wächter von Andromeda (H. G. Ewers)
206 - Die Schrecken der Hohlwelt (Kurt Mahr)
207 - Die 73. Eiszeit (William Voltz)
208 - Die blauen Herrscher (Kurt Brand)
209 - Im Banne der Scheintöter (Clark Darlton)
210 - Auf den Spuren der Crest (H.G. Ewers)
211 - Geheimwaffe Horror (K. H. Scheer)

Stark fand ich Band 200, der mit Icho Tolot einen Charakter brachte, der im Gegensatz zu Lemy Danger von der ersten Zeile an funktioniert hat und nicht bloß am Rand herumsteht und auf seinen Partner schimpft (Pfirsich Melbar ist ja immer noch dabei. Upsi. Wie hat der das denn geschafft?)
Und das Sonnensechseck war natürlich auch eine großartige Idee.
Ein wenig rätselhaft bleibt für mich das Motiv des Sprungs nach Andromeda. Zwar gab es da bei den Blues mal ein paar Andeutungen, aber das Hauptmotiv scheint doch zu sein: "Hey cool das ist unmöglich, lass mal machen" - im Grunde also die von Atlan schon oft zitierte nicht zu bremsende Entdeckungslust der Terraner. Nun gut, sei es so, in der Milchstraße wäre bestimmt auch noch Platz gewesen.

Was dann folgt, ähnelt der klassischen Computerspieldramaturgie. Man landet, weil das Triebwerk fehlt, nicht direkt in Andromeda, sondern auf einer Zwischenstation, die sich - wie könnte es anders sein - schnell als Falle entpuppt, der es zu entrinnen gilt. Level für Level geht es durch die einzelnen Fallen, bis es ein wenig langweilig wird, und die Level in der Hohlwelt sogar räumlich greifbar werden. Das hat mich ein wenig an das Motiv der 25 Unsterblichkeitseier erinnert.
"Lass mal was verstecken, Karl Herbert."
"Ist klar Walter, dann können wir das so lange ziehen, wie es uns passt."
Dramaturgisch unschön, aber Rettung naht, Perry und seine Kumpels landen in einer Falle, die sie winzig werden lässt, und der sie nicht innerhalb von 64 Seiten entfliehen können. Mal schauen, wie es weitergeht.

Bis jetzt empfinde ich den Zyklus als leicht verdauliche Abenteuerkost mit ein wenig Foreshadowing (immerhin wurde die Existenz ominöser Meister schon mal angedeutet), allerdings weit davon entfernt, einen Legendenstatus zu rechtfertigen.

Vermutlich bin ich zu unsentimental. Mal schauen, wann die Handlung endlich Fahrt auf- und das Fallengehoppse abnimmt.

Was mir richtig gut gefallen hat, waren die Hefte von Kurt Mahr. In den vorangegangenen Zyklen konnte ich mit seinen Romanen wenig anfangen, vor allem, wenn er sich in die Bekämpfung irgendwelcher Aufständischer verstiegen hat. Das war mir viel zu autoritär und atmete doch schon sehr den Geist der konservativen frühen Sechziger. Ganz anders bei den Meistern der Insel. Hier darf er wieder der Physiker vom Dienst sein, und schafft es sogar, die Grundlagen der Kernchemie in einen Roman einzubauen. Das hat mir gut gefallen, so darf das gern weitergehen.

Ein Blick nach Neodromeda

Nach elf Heften in zwei Tagen habe ich eine kleine Perrypause eingelegt, und mich folgenden NEO-Heften gewidmet:

150 - Sprung nach Andromeda (Rüdiger Schäfer)
151 - Werkstatt im All (Arno Endler)

Dabei gehört Band 150 pro forma ja noch zum vorangegangenen Zyklus. Da Rüdiger Schäfer den Band aber in einem Interview selber als einen Übergangsband außerhalb der starren Reihenfolge bezeichnet hat (wenn auch nicht wörtlich, sondern eher sinngemäß) gehört er für mich zum Andromedazyklus. Das wird der Herr Rhodan schon verschmerzen.

Band 150 zeichnet einerseits das aus, was ich in den ersten drei NEO-Staffeln wirklich toll fand. Herr Rhodan ist keine Abziehfigur eines Superhelden, sondern ein Mensch mit Ecken, Kanten und Fehlern. Exemplarisch möchte ich nur die Stelle am Anfang nennen, an der Rhodan bei der Aufzählung seiner Familie seinen Stiefsohn vergisst, und diesem damit große seelische Schmerzen zufügt. (Was? Wie? Perry hat einen Stiefsohn? Ich muss da glaub ich mal was nachlesen. Wie passiert den so was?)
Von einer zerstörten Erde (Häh! Ich muss echt mal nachlesen. Bald sind ja wieder lange Winterabende) brechen Perry und seine Kumpels nach Andromeda auf. Die Motivation bleibt mir zunächst etwas unklar. Kann es nicht auch in der Milchstraße eine neue Heimat geben? Muss man dazu gleich so weit weg? (Jaha, ich werd das nachlesen, ist gut jetzt!) Erst im Nachfolgeband steht dann was davon, dass man Atlan und Mirona Thetin finden müsse (Häh? Die gibt es im Neoversum schon? Herr, lass Winter werden, ich muss lesen ...)

Nach all der Menschelei folgt dann andererseits ein klassisches Abenteuer, das mich von seiner Struktur her doch stark an klassischen Perry Rhodan erinnert hat. Das Raumschiff wird scheinbar vom Alien der Woche gekapert, es rumst ordentlich und am Ende war alles ganz anders. Viel perryöser geht es nicht. Ich habe mich zeitweise wie in einem Crossover aus "Aliens" und "Tribbles" gefühlt und musste doch das eine oder andere Mal an PR 209 - Im Banne der Scheintöter denken; nur diesmal mit Spinnen statt mit gelben Äffchen.

Schöner Auftakt, wenn mir auch Icho Tolot fehlt, von dem ich weiß, dass es ihn im Neoversum schon gibt. Dafür ist Eric Leyden mit an Bord - dieser uneheliche Sohn von Sheldon Cooper und Gregory House. Großartiger Charakter und so viel plastischer und noch viel nerviger als sein Namensvetter Tyll Leyden aus dem klassischen Perryversum. In meinen Augen ist der frühstücksgeile Katzennarr ein absoluter Höhepunkt des Neoversums.

Etwas ratlos ließ mich dann Band 151 zurück. Zwar ist mir KA-preiswert namentlich aus dem Perryversum bekannt, trotzdem fehlt mir hier eine direkte Vergleichsmöglichkeit. Mal schauen, wann KA-preiswert im klassischen Zyklus auftaucht.
Meiner Meinung nach krankte das Heft ein wenig daran, was vielen NEOs gern vorgeworfen wird: ist Perry Rhodan einfach nur doof oder komplett verzweifelt? Ich lass doch niemanden an meiner Karre rumschrauben, den ich nicht kenne und irgendwas einbauen, wovon ich keine Ahnung hab. Und schon mal gar nicht, wenn ich mal eben in der Nachbargalaxie bin. Sollte Rhodan verzweifelt sein, kam mir persönlich da nicht genug durch. Sollte der NEO-Rhodan einfach nur doof sein, fände ich es schon fast wieder cool. Man überlege nur mal, mit welcher Hemdsärmeligkeit der Klassikrhodan in den ersten 199 Romanen durchs all düst und mal eben Imperien aufbaut und zerschlägt. Ein bisschen doof ist das doch auch, oder?

Wurst, in NEO 151 gefiel mir das Dauergeflirte. Endlich mal Sex and Crime nach 211 Heften 60er-Prüderie. Ich hab die Szenen um den hilflosen Tim Schablonski, seine außerirdische Verehrerin und seine eifersüchtige Freundin gern gelesen.

Lassen sich "Die Meister der Insel" und "Die zweite Insel" vergleichen?

Vergleichen lässt sich bekanntlich alles miteinander. Fraglich ist nur, ob das auch sinnvoll ist. Schließlich haben sich das Perryversum und das Neoversum einfach viel zu weit auseinanderentwickelt.
Bis jetzt habe ich nicht das Gefühl, einen Abklatsch oder ein billiges Remake zu lesen. Vielmehr startet mit Band 150 wohl eine spannende SF-Geschichte über 10 Bände, die sich bekannter Motive aus den Meistern der Insel bedient. Wie geschickt, spannend und unterhaltsam das wird, werden die nächsten Wochen zeigen.

Derzeit liegen die Hefte bis 220 sowie NEO 152 von Kai Hirdt auf meinem Tisch. Mal schauen, wann ich das nächste Mal Rückschau halte.

Samstag, 15. Juli 2017

Neuer Rekord und aktuelle Lieblingsstelle

Tadaaa - ich habe es es tatsächlich geschafft, sechs Perry-Rhodan-Romane an einem Stück zu lesen. Im Moment habe ich sehr viel Ruhe, komme viel zum Lesen und habe schon mehrfach angepeilt, mal einen Tag nur, oder vornehmlich mit den alten Heften zuzubringen. Aber irgendwie war immer nach vier Heften Schluss, weil der Badesee gerufen hat.
Heute war es bewölkt, Zeit genug also, einen Sprung nach vorne im Zyklus um die Meister der Insel zu tun.
Meinen Tag versüßt haben folgende Hefte:

206 - Die Schrecken der Hohlwelt
207 - Die 73. Eiszeit
208 - Die blauen Herrscher
209 - Im Banne der Scheintöter
210 - Auf den Spuren der Crest
211 - Geheimwaffe Horror

Sechs mal Meister der Insel - Das war ein feiner Nachmittag

Letzter Band aus der Feder von Karl Herbert Scheer enthält auch meine aktuelle Lieblingstextstelle:

Wir waren ein gutes Team. Ein halutischer Überriese mit den Fähigkeiten eines hochintelligenten Monstrums, ein verwegener, alles riskierender Terraner mit dem Verstand eines Hochschulprofessors und dem Leichtsinn eines Schuljungen - und ein abgedankter Arkonidenimperator und ehemaliger Flottenadmiral, der schon viel zu lange gelebt hatte, um das Unheil nicht kommen zu sehen.

Großartiger Stoff! Und dass ich mal Zeilen von Scheer zu meinen aktuellen Lieblingszeilen machen würde ...
Überhaupt ist da in meiner persönlichen Autorenwahrnehmung einiges in Bewegung, aber das ist ein anderer Blogpost. Jetzt werde ich erst mal - wie schon angekündigt - auf Perry Rhodan Neo umschwenken.

Martina fehlt

Zum ersten mal habe ich einen Post zuerst auf Facebook veröffentlicht, und dann hier. Ganz einfach aus dem Grund, weil ich ein hochauflösendes Foto für den Beitrag brauchte, das mir die Blogger-App nicht bietet. Und ich war einfach so neugierig, dass ich nicht bis abends warten wollte.
Dafür gibts den Artikel aber jetzt hier im Nachtrag komplett:



Beim Lesen von Band 205 - Der Wächter von Andromeda von H.G. Ewers (Erstausgabe) bin ich auf den gezeigten Text gestoßen. Es ist eine Eintragung mit Kugelschreiber, die sich schräg über den gedruckten Text auf Seite 51 zieht.

Folgende anonym verfasste Gedanken eines Heftvorbesitzers konnte ich entziffern:

tasten
und ganz festhalten
der Körper von Martina
im roten Kleid
Ihre Schenkel
Liebe
Vergessen
Begeheren

Martina fehlt [?]

31.8.70[?]


Martina fehlt - Das Werk eines anonymen Meisters

Ganze ehrlich: Wenn man seine Perry-Rhodan-Erstausgabe so verziert, muss Martina ja ein heißer Feger sein ...

Mittwoch, 12. Juli 2017

Zyklusrückblick: Das zweite Imperium

Das zweite Imperium ist Geschichte. Lesegeschichte. Nach einem kleinen urlaubsbedingten Sprint konnte ich heute Band 199 aus der Hand legen. Wie schon im vorangegangenen Zyklus habe ich das letzte Heft am Wasser genossen, was allerdings eher einem Zufall, als einer Absicht gleichkommt.

Wie war es denn?

Das zweite Imperium war in meinen Augen bis jetzt der wechselhafteste Zyklus. Nicht nur, dass man als Leser drei Zyklen in einem geboten bekommt (plus einen Einzelroman), was natürlich der nachträglichen Einteilung der ersten Hefte in Zyklen geschuldet ist; vielmehr empfand ich "Das zweite Imperium" als den dramaturgisch schwächsten Zyklus bisher. Lesephasen größter Faszination wechselten sich mit solchen allergrößter Verwunderung ob der verschenkten Spannung ab.

Was hat mir gefallen?

Die Blues waren großartig. Das Treffen mit den Gatasern, abschätzig auch Tellerköpfe genannt, war feinste Science Fiction voller Erstkontakte, Raumgefechte und Spionagegeschichten. Den Teil habe ich echt gern gelesen. Interessanterweise werden die Blues bei ihrem ersten Auftreten nicht "Tellerköpfe" genannt, wie es sonst der Fall ist. Kurt Mahr führt die Spezies als Schüsselköpfe ein, was auch ganz gut zu den ersten Innenillustrationen Johnny Brucks passt. Die charakteristische Tellerform der Blues-Köpfe taucht erst auf späteren Covern auf. (Ach ja, immer wenn von "Blueskommandos" oder Ähnlichem die Rede war, musste ich unweigerlich an Musik denken. Netter Nebeneffekt.)

Sehr großartig war in meinen Augen auch die Figur des Iratio Hondro, dem Separatistenanführer von Plophos. Die Geschichte auf Plophos fand ich dramaturgisch zum richtigen Zeitpunkt eingebaut. Es ist in meinen Augen durchaus glaubwürdig, wenn ein expandierendes Imperium irgendwann von innen heraus beginnt zu kolabieren.
Gegen Ende zog sich die Hondro-Geschichte ein wenig. Da hatte ich bei zwei, drei Bänden schon das Gefühl, sie existieren nur, um ein paar Lücken bis zum Band 200 zu füllen.
Dafür war das Ende von H.G. Ewers wieder ein Kracher. Gleich in seinem Debutroman  "Die letzte Bastion" verlegt Ewers den Kampf um Berlin am Ende des Zweiten Weltkriegs in die plophosische Zukunft. Der Diktator Iratio Hondro sitzt führergleich in seinem Bunker, erteilt sinnlose Befehle, während um ihn herum die Welt untergeht. Bruno Ganz im Groschenroman. Ganz großes Kopfkino! Danach werden eine provisorische Militärregierung eingerichtet und freie Wahlen vorbereitet. Das ist deutsche Geschichtsaufarbeitung 20 Jahre nach Kriegsende.
Wahrlich interessant zu lesen.

Was hat mir nicht gefallen?

Der Anfang - Die ersten paar Hefte entbehren für mich jeder nachvollziehbaren Dramaturgie. ES versagt die Zelldusche und schmeißt ne Runde Zellaktivatoren. Dummerweise nur 25 Stück, die Jagd beginnt. Tolle Ausgangssituation. Doch was passiert: Perry und Bulli erhalten ihre relative Unsterblichkeit in den ersten zwei Bänden zurück. Laaaaangweilig. Danach wird mit schöner Regelmäßigkeit pro Heft eins der Unsterblichkeitseier gefunden und irgendjemandem verliehen. Zum Glück bricht dieser Teil recht schnell ab und die Blues tauchen auf. Puhhh.....

Und wer bitte ist Lemy Danger? Zusammen mit seinem dicken Kumpel sollten die beiden wohl in einer Reihe mit Atlan oder Gucky stehen. Zumindest kommen sie in den ersten 15 Romanen gefühlte 20 mal vor. Und gefühlte 25 musste ich lesen, dass die zwei sich nicht abkönnen, obwohl sie sich eigentlich innig lieben. Jeder Roman mit den beiden fing mit diesen Schilderungen an, in denen der eine den anderen niedermacht. Ist das 60er-Humor? Keine Ahnung. Obwohl ich die Siganesen ein recht interessantes Konzept finde und Lemy Danger immerhin solche legendären Titel wie "Lemy und der Krötenwolf" ermöglichte, war ich froh, dass Lemy irgendwann in der Versenkung verschwand. Scheer hat wohl gemerkt, dass das Duo nicht gezündet hat.

Tja, und als ich gerade dachte, dass der Zyklus ein versöhnliches Ende findet, haut Scheer mir mal eben in einem Band den Untergang von Arkon III und die Hochzeit Perry Rhodans um die Ohren. Was bitte soll denn das? Selten so viel verschenktes Potential vor einem Zeitsprung von 70 Jahren gelesen. Ich war echt enttäuscht, vor allem vor dem Hintergrund des völlig unspannenden Anfangs.

Wie lautet mein persönliches Fazit?

Das zweite Imperium war durchwachsen. Neben ein paar tollen Einzelromanen und viel Potential blieb mir einfach zu viel Spannung liegen. Deshalb mal ein hoch auf die heutigen Expokraten. Die modernen Zyklen sind sehr viel komplexer und sehr viel durchdachter.
Einen direkten Vergleich zwischen Alt und Neu, wenn auch der etwas anderen Art werde ich ja beim nächsten Zyklus haben, wo ich die Urfassung und die Neo-Fassung parallel lesen werde.

Filmwochennachtrag

Ursprünglich wollte ich die unerwarteten Filmwochen ja mit dem letzten Post beendet haben, aber ich sollte eben keine Artikel terminieren um es mir dann mit einem Haufen Hefte im Schatten eines Baumes gemütlich zu machen.
Ich nähere mich mit großen Schritten dem Ende des "Zweiten Imperiums", die Schlinge um Iratio Hondro zieht sich immer enger - spannend zu lesen, auch wenn klar ist, wie es ausgeht.
Völlig unerwartet tauchte dann gestern gegen 17:00 örtlicher Sommerlesezeit das Thema "Film" auf der Leserkontaktseite dieses hübschen Romans wieder auf:

Der Sturz des Sterndiktators wäre auch eine schöne Filmszene geworden - »Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt«


Mit dem direkten Bezug zu einem Leserbrief aus Band 166, den ich das Glück hatte, ebenfalls präsentieren zu können, schreibt jemand folgende Zeilen:

Perry Rhodan im Bewegtbild - ich muss unweigerlich an die Ästhetik von He-Man denken - »Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt«
Der Leserbrief wurde im Jahr 1976 veröffentlicht. Damit dürfte das Thema damals vom Tisch gewesen sein, denn offensichtlich spielte für William Voltz auch eine Rolle, dass man in den USA gerade die Enterprise vor die Wand geflogen hatte. 19 Wochen zuvor hatte er sich in der Beziehung ja noch ein wenig anders geäußert.
Aber offensichtlich scheint ja der Vorschlag, den Andreas Schweitzer in einem Kommentar beim letzten Mal hinterließ, schon damals seine Freunde gehabt zu haben: Perry Rhodan als Zeichentrick, oder wie man es heute machen würde, als Animationsserie.

Aber: Träume, Schäume, Sie kennen das. Ich geh mal weiterlesen, mein eigenes Kopfkino betreiben. Schließlich sollte Meister Hondro ja heute noch gefasst werden.

Ad Astra

Dienstag, 11. Juli 2017

Baby lass uns tanzen

Der Abschluss der Filmwochen bleibt der Frage nach dem geeigneten Einstieg in die Welt des Perry Rhodan vorbehalten.
Mein Ansatz ist ja bekannt (Fang bei 1 an und hör da auf, wo du 2011 angefangen hast), aber wahrscheinlich nicht für jeden Leser das Mittel der Wahl. Deshalb möchte ich hier zwei weitere Ansätze vorstellen, die dem ein oder anderen vielleicht schon bekannt sein mögen, die ich aber einfach großartig finde.

Der erste Vorschlag kommt von Robert Corvus aka. Bernd Robker. Robert Corvus ist Autor zahlreicher phantastischer Romane und wird mittlerweile als Stammgastautor bei Perry Rhodan bezeichnet. Robert hat einen sehr aktiven Youtube-Kanal, in dem er Einblicke in seinen Arbeitsalltag gewährt.
Der Autor hat mir gegenüber erwähnt, dass er ursprünglich ein fünfminütiges Video geplant hat, in dem er die größte Raketenheftserie der Welt vorstellt. Dabei rät er implizit vom Beginn bei Band 1 ab. (Ich lass das mal unkommentiert ...)

Herausgekommen sind jedenfalls 80 Minuten feinste und informativste Unterhaltung und die großartigsten Tanzeinlagen seit der Discoszene in Raumschiff Orion:




In deutlich kürzerer Zeit und aus deutlich anderer Perspektive, dafür ohne Tanzeinlagen führt Jennifer Jäger ins Perryversum ein. Jennifer Jäger betreibt ebenfalls einen sehr aktiven Youtube-Kanals rund um das Thema phantastische Literatur und hat sich zum ersten mal der Perry-Rhodan Serie genähert. Eine interessante Sichtweise ist in meinen Augen der Vergleich der Perry Rhodan Serie mit Dr. Who. Absolut sehenswert:

Sonntag, 9. Juli 2017

Wir wollen Weltraumfilme sehen

Da passt du einmal nicht auf, und schon hast du handfeste Filmwochen im Blog.

Band 189 - Die Expedition der Mausbiber liegt mir in der 3. Ausgabe, also in der 2. Auflage mit Aufkleber vor. (Die nicht immer ganz einfache Sache mit den Auflagen und Ausgaben erklärt das einschlägige Fachlexikon in diesem schönen Artikel.)

Auf der Leserkontaktseite dieses Heftes ist der folgende Brief eines Perry-Rhodan-Clubs aus dem Saarland abgedruckt:

Wir wollen Weltraumfilme sehen! - »Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt« 


Vielleicht zeigen sie ja wirklich mal wieder den einzigartigen Perry-Rhodan-Film, wenn nur genug Leute mit dem Wunsch nach Weltraumfilmen an ARD oder ZDF herantreten.

Und übrigens:

Funfact 1: Wenn ich bei duckduckgo nach "Kontaktformular ZDF" suche, führt mich der erste Treffer auf das Kontaktformular der ARD.

Funfact 2: Es könnte sein, dass ich heute zu lange in der Sonne am See gelegen habe und zu viele Raketenheftchen am Stück gelesen habe. (Es waren derer fünf ...)

Freitag, 7. Juli 2017

Der letzte Tag

In meinen gestrigen Gedanken zu einem Perry-Rhodan Film habe ich ja auch kurz die zahlreichen Fanfilme angesprochen, die auf verschiedenen Videoplattformen zu finden sind.
Exemplarisch für all die großartigen Werke möchte ich hier einen Film einbetten, den ich im Jahr 2011 zum ersten Mal gesehen habe. Im Rahmen des damaligen Weltcons im Mannheimer Rosengarten stand mit dem "Stardust Award" auch ein Filmwettbewerb auf dem Programm. Der Streifen "Der letzte Tag" belegte damals den dritten Platz beim Stardust Award.
Ich finde den Film klasse, weil er so eine wundervoll fanische Aura hat, sich selbst mit einem Augenzwinkern nimmt, und zugleich großartige Gedanken zur Serie thematisiert. Doch seht selbst:



PERRY RHODAN - Der letzte Tag from KURZFILMSCHMIEDE on Vimeo.

Die Kurzfilmschmiede ist übrigens auch auf Twitter aktiv.

Donnerstag, 6. Juli 2017

Die Sache mit dem Film

Eine Verfilmung des Perry-Rhodan-Stoffes scheint eins der heißesten Eisen der Seriengeschichte zu sein. Zwar gibt mit "Perry Rhodan - SOS aus dem Weltall" eine Verfilmung aus dem Jahr 1967, die sehr lose auf dem Roman "Unternehmen Stardust" basiert, aber das ist ein zweischneidiges Schwert. Die eine Hälfte der Rhodanisten findet den Film so schlecht, dass sie ihn am liebsten verbannen würde, die andere Hälfte findet das Machwerk so schlecht, dass sie ihn zum Kultfilm erhoben hat. Dazwischen ist nicht viel Platz für andere Meinungen. Ich tendiere eher in die Kultfilmecke, weil ich seit jeher ein Herz für schlechte Filme mit guter Musik habe. Aber ganz ehrlich: guter Film geht anders. Bei Licht betrachtet ist das Ding schon ziemlich gruselig.

Trotzdem ist das Thema Film nie ganz vom Radar verschwunden und lässt keinen Leser so richtig los. Auf Youtube tummeln sich eine ganze Menge richtig guter Fanverflimungen und ich erinnere mich noch rege an den Filmwettbewerb zum Weltcon 2011.
Die Redaktion nutzt die Aufmerksamkeit, die das Thema Film innerhalb des Fandoms erregt, von Zeit zu Zeit sehr geschickt, indem sie beispielsweise solche Artikel veröffentlicht: "Perry Rhodan kommt ins Kino". Netter Klickbait, schicker Trailer, gute PR.

Bei der Lektüre von Band 166 bin ich kürzlich über einen sehr ausführlichen Leserbrief gestolpert, der das Thema aufgreift. Der Band liegt mir in der dritten Ausgabe vor, sodass ich in den Genuss einer Leserkontaktseite kam, die damals noch auf den ersten Heftseiten zu finden war und von William Voltz betreut wurde. Neben einer Reihe anderer Punkte wird dort eine Perry-Rhodan-Fernsehserie ins Spiel gebracht, nachdem "SOS aus dem Weltraum" mit der nötigen Ehrfurcht genannt wurde ;)

Tja, und was schreibt Herr Voltz zum Thema Fernsehserie?
"Sie können sich darauf verlassen, dass wir niemals von diesem Vorhaben ablassen werden."

Dürfen wir dich beim Wort nehmen, Klaus? Sind die Worte des Altmeisters für den aktuellen Redakteur noch bindend?

Da steht es, schwarz auf grau - "wir werden niemals von diesem Vorhaben ablassen" - »Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt«

Auf dem Titelbild gibt es übrigens diesen wundervollen Blue zu sehen, der es leider noch nicht ins Kino geschafft hat - »Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt«
Nee komm, jetzt mal Scherz beiseite. Klar wäre ein Perry-Rhodan Film toll. Und die von William Voltz angeführten Kosten für Special Effects dürften auch kein Argument mehr sein. Trotzdem glaube ich nicht an einen Perry Rhodan Film.

  • Die Serie ist international nahezu unbedeutend. Welches Studio sollte da Geld investieren, wenn es Marvel-Blockbuster wie Sand am Meer gibt.
  • Die deutsche Filmindustrie fasst das Thema SF höchstens mit der Kneifzange an. Mehr oder weniger rühmliche Ausnahmen bestätigen die Regel.
  • Welches Heft sollte man verfilmen? Klar "Mission Stardust", aber mit der Optik und der Handlung lockt man heute niemand mehr hinter dem Ofen vor. Echt nicht.
Und wenn man den Stoff modernisiert? Möööp! Schlimmes Buzzword. Wer im einschlägigen Forum mal zu Pery Rhodan Neo nachliest, wird schnell merken, dass Modernisierungen bei einem Teil der Leserschaft nicht wirklich gut ankommen. Wie wären die Reaktionen da erst bei einem Film.
Übrigens: Ich find Neo total klasse und halte es für eine äußerst gelungene Serie, der ich noch viele, viele Hefte wünsche. Gerade die Anfangshefte lesen sich wie ein richtig guter SF-Film.

Und damit sind wir beim Grundproblem, an dem auch die neuen Star Trek Serien zu knacken haben: Für welche Zielgruppe ist der Film gedacht?

Ein Film für Hardcorefans, die jede Niete auf jedem Kugelraumer beim Vornamen kennen? Ah, geh ... Wirtschaftlicher Wahnsinn. Klar wäre ein Star Trek Film in der klassischen Schuhkartonoptik ziemlich großartig, aber den würden nur alte Säcke und Säckinnen sehen wollen. Und wie einschnürend ein umfangreicher Kanon auf einen Film wirken kann, hat Star Trek 10 gezeigt. Was für ein unrühmlicher Abschied (zumindest in meinen Augen).

Ein Film, der das Thema neu interpretiert? Keine Chance. Science Fiction Fans sind bemerkenswert konservativ und - zumindest was Star Trek und Perry Rhodan angeht - zum allergrößten Teil sehr kanonfixiert. Man erinnere sich nur an den Aufschrei, als Meister Abrams es gewagt hat, den Star Trek Kanon durch einen kleinen Kniff obsolet zu machen. Der damalige Film war zwar wirtschaftlich erfolgreich, aber wer Lust hat, sich eine blutige Nase zu holen, darf den Streifen gerne mal in einem Star Trek Forum als zukunftsweisend und absolut notwendig für das Franchise loben. (Viel Freude, ich bin schon mal Popcorn holen ...)

Vor diesem Hintergrund bin ich fast froh, dass uns ein Perry-Rhodan Film bis jetzt erspart geblieben ist. Außerdem ist Perry für mich Kopfkino, für das ich keine bewegten Bilder brauche. Schon die beiden vorhandenen Comicserien finde ich da eher grenzwertig, wenn ich die aktuelle Cross Cult Reihe auch ganz gerne lese.

Und bei euch? Wie schaut es aus. Perry-Film ja oder nein? Hinterlasst mir einen Kommentar.