Freitag, 31. März 2017

Der Monat im Rückblick - März 2017

Monat Nummer drei - vorbei. Mal wieder Zeit für den Monatsrückblick.

Das passierte im Blog: 

Betrachtet man den Blog rein zahlenmäßig, läuft alles wie gehabt. Es scheint eine Art freudige Routine eingekehrt. Doch halt! Die Bloggerei hat mir diesen Monat einige großartige Erlebnisse geschenkt. Als ich beim Sortieren das Loch ab Heft 1322 fand, dauerte es keinen Tag, bis sich jemand meldete und mir einen Kontakt vermittelte, der genau den mir fehlenden Nummernblock abzugeben hatte. Und da sag noch jemand was gegen dieses Internet.
Um Tag der Hefteabholung begab es sich zufällig, das ich Volker Hoff in einer Kölner Pizzeria traf. Ein großartiges Treffen. Und wieder war dieses Internet Schuld. Herrlich.
Richtig Spaß gemacht hat auch die Sache mit dem Computer, die mit der Hilfe aufmerksamer Leser geklärt wurde.

So lief die Leserei:

Die Märzleserei würde ich mit konvulsivisch oder eruptiv beschreiben wollen. Es gab Tage, an denen ich kein einziges Heft gelesen habe. Im Gegenzug habe ich manchen Frühlingstag genutzt, um auf der Terrasse bis zu vier Hefte am Stück zu verschlingen. Auf die Weise bin ich dann wieder auf einen Schnitt von etwa einem Heft pro Tag gekommen. Von Begeisterungsabbruch spüre ich noch nichts.

Das macht der Sammlungsaufbau:

In dieser Hinsicht war der März 2017 ein Monat der Meilensteine. In der Nacht zum 10. März hatte ich den Überblick über alle Hefte. Seit dieser Nacht sind alle Hefte geordnet und in provisorische Kartons verstaut.
Seit dem 13. März ist das große Hefteloch gefüllt. Und seit dem 22. März liegen alle bisher erschienen Perry-Rhodan-Heftromane in Papierform in meinem Arbeitszimmer.
Am 25. März habe ich die fehlenden Kartons und Hüllen aus Koblenz geholt, Seitdem habe ich fleißig eingetütet und seit dem 31.3. ist der komplette Heftehaufen in Hüllen und Kartons geordnet. Lange werde ich mich nicht mehr darum drücken können, endlich die Regale freizuräumen.

Allein es hilft nichts mehr

Des Wehklangens muss ein Ende sein, denn ich bin fertig! 

2903 Romanhefte, Perry Rhodan Action, 3 Miniserien, zwei Stapel Nachauflagen, die komplette Mythor-Reihe - alles ist fein säuberlich vertütet und kartont.

Ein kleiner Ausschnitt des geordneten Heftehaufens

Und jetzt muss nur noch das Ordentliche in das Unordentliche. Und das wird, um William Voltz zu paraphrasieren, "Das Grauen".

Ihr findet mich demnächst beim Steinesortieren

Mittwoch, 29. März 2017

3D-Schach

Schach als uraltes Spiel wird natürlich auch in allerlei SF-Romanen und Filmen genüsslich rezipiert. So gibt es auch im Perryversum genügend Romanhefte, die "Schach" im Titel bieten.

Zu den bekanntesten Schachspielen hingegen dürfte das 3D-Schach gehören, mit dem sich im Star Trek Universum verschiedenste Besatzungsmitglieder die Zeit vertreiben.

Doch halt! Wer hat’s erfunden?
Der Spitzohrige mit dem blauen Schlafanzug spielt 3D-Schach erst ab 1969 auf dem Bildschirm.
Clark Darlton, also Walter Ernsting war schneller. Im Jahr 1963 schreibt er im Heftroman 76 "Unter den Sternen von Druufon" folgende Zeilen:

Die Mutanten hatten zusammen mit John Marshall Quartier in der kleinen Messe genommen und vertrieben sich die Zeit mit dreidimensionalem Schach. Auf der einen Seite ein furchtbar kompliziertes Spiel, wenn man es mit dem alten
Schach verglich. Hier war das Spielfeld kein zweidimensionales Feld, sondern ein Kubus. Statt der früher üblichen acht mal acht Felder - also
vierundsechzig - gab es deren fünfhundertundzwölf.Statt pro Spieler sechzehn Figuren gab es deren acht mal soviel. 

(Quelle: Clark Darlton - Unter den Sternen von Druufon, Moewig Verlag, 1. Auflage,1963, Seite 19) 

Und so ein richtig tauglicher Kurzzeitvertreib in der Messe scheint das rhodansche 3D-Schach auch nicht zu sein. Immerhin heißt es ein paar Sätze weiter:

Es gehörte allerhand Wissen und Können dazu, innerhalb weniger Stunden oder Tage eine Partie zu Ende zu bringen.
(Quelle: Clark Darlton - Unter den Sternen von Druufon, Moewig Verlag, 1. Auflage,1963, Seite 19)  

Aber vielleicht bekommt man im Weltraum auch einfach ein anderes Verhältnis zur Zeit ...

Doch halt! Wer hat's real erfunden? Björn hat mich darauf hingewiesen, dass Ferdinand Maack bereits 1908 folgende Abhandlung geschrieben hat:

Das Schachraumspiel. (Dreidimensionales Schachspiel.) Eine neue praktisch interessante und theoretisch wichtige Erweiterung des zweidimensionalen Schachbrettspiels. A. Stein, Potsdam 1908

Danke für den Hinweis! Wer mag, kann ein Exemplar davon hier entleihen oder hier ein intensives Regelstudium betreiben.

Danke Björn!

Montag, 27. März 2017

Ein Hoch auf den Komputer

Heute morgen habe ich vollmundig in die Welt gesetzt, dass die erste Erwähnung des Wortes Computer im Heftroman 85 "Kampfschule Nator" stattfindet. Was nur so als winzige Notiz für mich gedacht war (mit durchaus programmatischer Überschrift) löste eine interessante Diskussion aus, die ich hier in diesem neuen Blogpost noch einmal bündeln will.

Kurz nach der Veröffentlichung vermutete @Snakebyte53 einen Druckfehler.

Fast gleichzeitig lief ein Kommentar von Bernd Hamann ein, der extra in den Keller gelaufen sein muss, um meine kühne Behauptung zu widerlegen:

"Ich behaupte einfach mal: Das gab es auch schon in früheren Bänden! :-) Nach einem Gang in den Keller verifiziere oder widerrufe ich das in Kürze in der Papier-Version."
Ein Gang in den Keller brachte eine Abbitte mit sich und eine Antwort auf meine Frage, wie sich das in den Nachauflagen verhält:
"In der fünften Auflage gibt es Computer von Beginn an.
In Auflage 4 hingegen rattern die E-Gehirne, Hauptrechner, Automaten etc.
Ich habe jeden Band nur einmal, daher ist mir ein Vergleich nicht möglich. Aber du wirst es kontrollieren können:
Band 7, Auflage 5., Seite 26, linke Spalte 3. Absatz (zum leichteren Auffinden: eine halbe Seite später endet das Zwischenkapitel mit dem Satz: "Bald würde sie landen."
Also die besagte Stelle lautet:
Man konnte Crest förmlich lächeln sehen, als er sagte: "Nicht nur unser Prestige wäre verloren, sondern die gesamte Menschheit. Und wir dazu. Der Computer sagt exakt voraus, dass wir uns in einer Krise befinden." Ich möchte wetten: In allen vorhergehenden Auflagen findet sich der Begriff "Computer" hier nicht."

Das Rätsel endgültig löste dann koreagolfer, der die Suchfunktion über seine Ebooks laufen ließ. Er förderte folgende Erkenntnis zu Tage:

"Ebookleser hier. Die erste Verwendung ist auch bei Darlton, aber schon in Nr. 15, Kapitel 2: "Rhodan nickte wortlos und tippte seine navigatorischen Anfragen in die Tastatur des Computers. Fast augenblicklich quollen die Antworten in Form elektronischer Lochstreifen aus dem Schlitz. Rhodan schob den Anfang des Streifens erneut in einen anderen Computer...""

Dem möchte ich hinzufügen, dass ich das gerade in der Erstauflage kontrolliert habe. Hier lautet die Schreibweise tatsächlich Komputer, was Snakeybytes These vom Tippfehler untermauert.

Und was lehrt uns das:

1) Ich hatte Unrecht, da ich die erste Erwähnung in Band 15 schlicht überlesen habe.
2) Die Überarbeitungen der 5. Auflage sind nicht bloß Korrekturen von Tippfehlern, sondern offensichtliche Modernisierungen.
3) Ich bin nicht der einzig Bekloppte, denn außer mir hat sich heute jemand Gedanken um Tippfehler gemacht, ein anderer ist heute extra in den Keller gerannt und ein dritter hat zur Klärung des Sachverhalts die Suchfunktion für mehrere Ebookdateien bemüht.

Und das finde ich mal sehr großartig.
Danke euch dreien für die Aufklärung dieser Frage!

Die Nachwirkungen des Wilhelm Karl Voltz

In einem meiner letzten Posts habe ich über William Voltz und seinen ersten Roman "Das Grauen" geschrieben. Dabei habe ich natürlich einen völlig anderen Blickwinkel, als so mancher Altleser, ganz einfach aus dem Grunde, dass ich erst im Jahr 1974 geboren bin und 2011 mit der Perry-Rhodan-Lektüre begonnen habe.
Willy Voltz kenne ich nur aus Erzählungen. Meine Expokraten sind Uwe Anton, Christian Montillon und Vim Vandemaan und mein Lieblingsautor ist Michael Marcus Thurner.
Und trotzdem fasziniert mich Voltz, wenn auch vermutlich auf andere Weise, als so manchen Altleser.

Einer dieser Altleser ist Jost Alpe. Er hat mir Zeilen per Email geschickt, die ich euch mit seiner Einwilligung nicht vorenthalten will, und die ich nicht in meinem Postfach versackt wissen will.

Jost schrieb über seine Erinnerungen an William Voltz:

Nach meinem Schock über Willis Tod hatte ich mir damals oft die letzten LKSe vorgenommen, die er bearbeitet hatte. Da er auch den PR Report verantwortete, schrieb er dort auch alle vier Wochen die Einleitung. Kurz vor seinem Tod thematisierte er auch Krankheit. Er schrieb, dass ihm mal ein indischer Heiler gesagt hätte, dass man auch unheilbar Kranke nie aufgeben dürfe. Beim ersten Mal lesen war das noch recht unspektakulär. Ich ahnte ja nichts von seinem Krebs. Später wusste ich, er schrieb über sich. Dieser Mann war ein Phänomen. Als ich 1984 von seinem Tod erfuhr, der erst 10 Wochen später in der EA bekanntgegeben wurde, da war für mich eigentlich der Glaube an ein Weiterbestehen von PR erschüttert. Bis dahin erschien ja weiterhin wöchentlich die LKS mit "Bis in einer Woche euer Willi Voltz". Ich hatte jede Woche die Hoffnung, dass es doch eine Ente war. Damals gabs ja kein Internet oder sonstige Quellen. Bis Band 1186 kam und da stand es dann...! 
Willi hab ich leider nie kennen gelernt. Aber Anfang der 90er stand ich mal an seinem Grab in Heusenstamm auf dem Rückweg von einem Weltcon. 
Ich empfehle die Seite williamvoltz.de mit einer tollen Biographie.
 
Danke, Jost, für diese Zeilen, die mich dazu gebracht haben, die LKS der 5. Auflage mit anderen Augen zu sehen.
Ich würde mich freuen, wenn noch mehrere Altleser ihre Eindrücke teilen würden, entweder in den Kommentaren oder gern per E-Mail, die sich im Impressum findet.

 

Nicht, dass es irgendwen interessieren würde ...

EDIT: Die Nachfolgende Information ist falsch und zog eine interessante Diskussion nach sich, die ich in einem neuen Post gebündelt habe.

... aber die erste Erwähnung des Wortes Computer innerhalb der Perry-Rhodan-Heftromanserie erfolgt in Band 85 "Kampfschule Naator". Vorher war immer nur von "Automaten", "Schaltungen" oder "Robotgehirnen" die Rede.
Clark Darlton verwendet allerdings eine etwas antiquierte Schreibweise:

"Uhrzeit, Sprungkoordinaten, Geschwindigkeit - alles war so, wie es der Kompouter errechnet hatte. Fehlte nur noch der letzte Hebeldruck, der alles einleitete."
(Quelle: Clark Darlton - Kampfschule Naator, Moewig Verlag, 1. Auflage, 1963, Seite 16)  
Sollte zufällig jemand eine der Nachauflagen besitzen, würde mich durchaus interessieren, ob diese seltsame Schreibweise später angepasst wurde. Ich freue mich über einen entsprechenden Kommentar.

Samstag, 25. März 2017

Sammlungszuwachs - Unternehmen Stardust

Kürzlich stöberte ich im Netz mal ein wenig nach verschiedenen Ausgaben von Unternehmen Stardust, da ich selber "nur" den Reprint der Erstauflage aus den 80er-Jahren habe. Die aktuellen Preise für ein gut erhaltenes Heft der Erstauflage sind derzeit so astronomisch, dass ich nicht bereit bin, sie zu bezahlen. Ich spekuliere da ganz klar mit der Zeit und einem Flohmarktfund. Immerhin habe ich auf diese Weise schon einmal ein Strand Magazine mit dem Erstdruck einiger Holmes-Geschichten und den Blauroten Methusalem von Karl May in der Erstausgabe gefunden. Solche Zufallsfunde sind nicht planbar, umsomehr Spaß habe ich bei der Suche. Und irgendwann fällt mir auch mal eine Nummer 1 für wenig Geld in den Schoß. Da bin ich mir sicher.

Aber ich habe etwas anderes sehr hübsches gefunden.

Offensichtlich gab Ende der 80er-Jahre im Eichborn-Verlag (der mittlerweile zu Lübbe gehört) den Versuch, Heftromane in einer ansprechenden Edition herauszugeben. Unter dem Reihentitel "Tränen, Träume, Abenteuer" wurden exemplarisch einige "Höhepunkte aus der Wunschbibliothek für das triviale Leseglück" verlegt. Und als Band 4 dieser Reihe erschien im Jahr 1987 die allseits bekannte Mondreise. In der gleichen Reihe erschienen "Heimatglocken - Ich hab für dich geschwiegen", "Erika Roman - Kopf hoch, Ilona" und "Billy Jenkins - König der Cowboys". Weitere Titel waren geplant, sind aber vermutlich nicht mehr erschienen.

Der vordere Umschlag zeigt das Originalmotiv von Johnny Bruck, während der hintere Einband einen kurzen Handlungsüberblick und Informationen zur Reihe gibt.
Titelbild von Tränen, Träume, Abenteuer - Band 4 - »Copyright by Eichborn Verlag, Köln«
Covertext von Tränen, Träume, Abenteuer - Band 4 - »Copyright by Eichborn Verlag, Köln«

Das Taschenbuch selbst ist auf recht dickem Papier gedruckt und gibt den Hefttext auf 82 einspaltig gedruckten Seiten wieder. Interessant finde ich das Nachwort der Herausgeber, das einen kurzen Abriss über die Perry-Rhodan Serie liefert und dabei natürlich auch die leidige Frage nach der Gefahr der Rhodanlektüre für die Leserseele nicht außer Acht lässt. Im Gegensatz zum berühmten Monitorbericht aus dem Jahr 1969, einem Meisterwerk des tendenziösen Journalismus, wird der Frage nach der Gefährlichkeit der Scheerschen Gedanken mit einem gewissen Augenzwinkern nachgegangen. Das ist durchaus lesenswert.

Freitag, 24. März 2017

Große Ereignisse, Schatten, Sie kennen das

Ich komme gerade aus der Sammlerecke zurück. Im Gepäck die fehlenden Kartons und 2000 Romanhüllen (Den Beifang lassen wir mal außer Acht. Was kann ich denn dafür, wenn da plötzlich Btoom 10 und Ghost Tower 6 und 7 mit im Auto liegen?)
30 Kartons sind eine voluminöse Angelegenheit
Jetzt geht es ans Eintüten und Einpacken und dann werde ich mich nicht mehr viel länger davor drücken können, die Regale freizuräumen.

Der Heftehaufen am 24.03.2017 mittags

Donnerstag, 23. März 2017

Hallo Willy

Mit großer Spannung erwartet, vor ein paar Tagen dann ist es passiert: Ich habe meinen ersten Heftroman von William Voltz gelesen.

Für die nichtrhodanistisch geschädigten vorgebildeten Leser sei angemerkt: William Voltz gilt als der große humanistische und visionäre Renovierer der Serie, der ihr den bis heute gültigen kosmischen Überbau verschafft hat.

Nachdem ich früher schon "Ich, Rhodans Mörder" gelesen habe, und auf dem Weltcon 2011 den Erzählungen seiner Witwe Inge Mahn lauschen durfte, war ich von William Voltz fasziniert, und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an "Das Grauen".

Worum geht es im Grauen?

Spoilerfrei könnte man konstatieren, dass ein Mutant durchdreht und am Ende nichts so ist, wie es zu sein scheint. Und außerdem werden ein paar seltsame Wesen eingeführt, die wohl später noch eine Rolle spielen werden.

Die Handlung selbst klingt jetzt nicht überaus spannend, was sicherlich auch dem Umstand geschuldet ist, dass K.H. Scheer dem damaligen Grünschnabel Voltz ein Exposé geschrieben hat, dass er zur Not auch hätte verzocken können. (Die Gerüchteküche weiß davon, dass Voltz den Roman vier Mal umschreiben musste.) Allzu viele Querbezüge dürften also schon im Expo nicht drin gestanden haben.

Trotzdem habe ich den Roman mit Genuss gelesen, weil mit Voltz endlich jemand an der Serie mitzuarbeiten scheint, der ähnlich wie Ernsting schreibt, aber eben doch ganz anders. Wo Ernsting seiner Fantasie freien Lauf lässt und großartige Landschaftsaufnahmen pinselt, legt Voltz offensichtlich den Fokus auf die kleinen Dinge. Er beschreibt Menschen und ihre Stimmungen extrem genau (gemessen an dem, was in einem Heftroman zu erwarten ist), versucht hinter seine Figuren zu blicken, ihnen Tiefe zu geben und ihre Motivation zu erklären. Das ist großartig und war bis jetzt bei keinem der Autoren der ersten 80 Hefte so prägnant. (Und über die Eigenheiten von Scheer, Ernsting, Mahr und Shols habe ich mir ja schon den ein oder anderen Gedanken gemacht.

Ich freue mich auch Band 87 - "Die Schläfer der ISC" und dann in zwei oder drei Jahren auch auf die Voltzschen Expos ab Band 650.

Kleine Randnotiz bezüglich der Auflagen:

"Das Grauen" gehört zu den wenigen Heften, die ich in der 5. Auflage besitze. Ich mag die 5. Auflage wegen ihrer Eigenständigkeit. Sie bietet neue Variationen bereits bekannter Titelbilder, Innenillustrationen und eine wundervolle Leserkontaktseite, die (zumindest am Anfang) so schön retrospektiv ist, also eine Sicht der Dinge einnimmt, die ich beim Nachlesen ja auch irgendwie habe.
Spannend finde ich die LKS im Grauen deswegen, weil Voltz sich als neuer Autor selbst einführen muss. Das ist lesenswert.

Nachtrag zur Randnotiz (wenige Stunden nach Veröffentlichung dieses Artikels geschrieben): Ein Leser hat mich auf Twitter gerade darauf hingewiesen, dass kurz nach Erscheinen dieses Heftes die Nachricht von Willi Voltz' Tod die Runde machte.
Voltz musste sich also schwer krank selbst vorstellen und spricht lediglich von "gesundheitlichen" Gründen, die ihn zum Kürzertreten zwingen.
Was muss in Willy Voltz beim Schreiben des Vorwortes vorgegangen sein? Ich mag es mir garnicht ausmalen.

Noch kleinere Randnotiz bezüglich meiner Lesebiographie:

Diesen Artikel werde ich mir hoffentlich in fünf Jahren noch einmal vornehmen, um ihn mit meinen dann aktuellen Eindrücken des voltzschen Werkes zu vergleichen. Das wird ein Spaß.

Mittwoch, 22. März 2017

Ich hab sie alle

22. März 2017 - der Heftehaufen erreicht ein erstes Zwischenziel. Heute waren die fehlenden Hefte in der Post.

»Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt«

Das bedeutet, dass ich jetzt alle Texte der Perry-Rhodan Heftserie in Papierform besitze. Ein Großteil davon liegt in der Erstauflage vor, einige Lücken, besonders in den frühen Nummern, habe ich mit Nachauflagen gestopft.

Nun kann das große Eintüten beginnen. Ich hoffe, ich kann am Freitag die fehlenden Kartons und Hüllen in Koblenz abholen.

Sonntag, 19. März 2017

Eigene Domain - heftehaufen.de

Heimlich, still und leise habe ich gestern endlich die passende Domain heftehaufen.de konnektiert, um für die Zukunft ein wenig unabhängiger aufgestellt zu sein. Ich bin mit Blogger zwar sehr zufrieden, da es einfach, schnell und funktional ist, aber man kann ja nie wissen, was, in den nächsten zehn oder fünfzehn Jahren so passiert.

Derzeit leitet die Domain nur nach Blogspot um. Sollte sich grundlegend etwas ändern, gebe ich frühzeitig laut.
Jetzt genieße ich erst einmal meinen Sonntag mit Band 73 und scharre schon mit den Hufen, endlich meinen ersten Voltz zu verschlingen.

Ad Astra.

Freitag, 17. März 2017

Früher war alles besser!

Am letzten Montag hatte ich ja ein wunderbares Perry Rhodan Treffen in Köln. Und wenn sich zwei Menschen mit so unterschiedlichen Lesebiographien wie Volker und ich unterhalten, finde ich es immer auch interessant, sich über verschiedene Blickwinkel und Eindrücke auszutauschen.

Ein immer wieder beliebtes Streitthema unter Perry Rhodan Anhängern ist die Existenz sogenannter Füllromane, Romane, deren Existenz im Allgemeinen damit begründet wird, einen Zyklus auf die gängigen Hundert Hefte aufzufüllen.

Ich weiß, dass auch Menschen mitlesen, die mit einigen Spezialitäten des Rhodanschen Kosmos nicht vertraut sind. Deshalb ein ganz kurzer Einschub:

Ein Perry Rhodan Heft besteht normalerweise aus 64 Seiten, die mit einer fortlaufenden Handlung gefüllt werden muss, sollte aber auch als Einzelheft konsumierbar sein. Die vom Fernsehen feiern das gerade als den Heiligen Gral der modernen Fernsehserie ab.
Eine Staffel, oder um den Rhodanbegriff zu nehmen, ein Zyklus umfast in der Regel einhundert Hefte (von Kurzzyklen mal abgesehen). Das bietet den marketingtechnischen Vorteil, dass man einen Band, der auf einen glatten Hunderter endet, Neulesern als Einstiegslektüre ans Herz legt. (Wer das selber testen will, sollte im Bahnhofsbuchhandel einfach mal den aktuellen Band 2900 kaufen.)

Ein beliebter Vorwurf, wenn man mit dem aktuellen Handlungsbogen als Leser nicht zufrieden ist, lautet: "Das ist ein total überflüssiger Füllroman. Weg damit."
Und da natürlich früher alles besser war, gab es früher auch keine Füllromane. Die kamen erst mit den doofen neuen Autoren, die ja überhaupt keine Ahnung haben.

So eine Diskussion, die ich zugegebenermaßen gerade etwas überspitzt zusammengefasst habe, hatte ich gerade bei einem meiner seltenen Besuche im Perry Rhodan Forum überflogen, als ich mich an Band 68 - Hetzjagd durch die Dimensionen machte.

Und soll ich euch was sagen?  Das Ding ist der allerschlimmste Füllroman, den ich jemals gelesen habe. Habe ich "gelesen" geschrieben? Gelesen? Niemals! Überflogen habe ich diesen Schundroman. Völlig überflüssig. In 45 Minuten war ich durch, habe jede zweite Seite überflogen, weil nichts passierte, und wir am Ende auch nur wenig schlauer waren. So ein aufgeblasener Mist! Nie mehr les ich irgendwas von diesem Stümperautor! Der Mahr sitzt da in Amiland und hat von nichts eine Ahnung! Wie kann man nur? Was soll das? Scheer muss weg! Perry geht vor die Hunde! Das ist das Ende.

Nöö, ist es nicht. In meinem Rücken stehen noch knapp 2900 Hefte. Und das war der erste wirklich richtig doll schlechte. (Von Ausreißern wie dem zweiten Venusabenteuer schweige ich in meinem Wutanfall mal einfach.)

Na und? Davon geht die Welt nicht unter. Denn früher war alles früher, aber nicht immer besser. Perry Rhodan, das größte literarische Projekt der Menschheit, besteht eben nicht aus 2900 Perlen, sondern auch mal aus echtem gequirltem Blödsinn. Das macht den Reiz aus und gehört dazu. Damals wie heute.

In diesem Sinne: Ein Hoch auf alle Füllromane der vergangenen 56 Jahre.

Ad Astra.

Donnerstag, 16. März 2017

Das kosmische Erbe - Band 2900 ist da!

Die Deutsche Post war diesmal schnell und hat mir meinen wöchentlichen Perry schon am Donnerstag in den Briefkasten geworfen. Da heißt es natürlich, die Druuf, von denen ich gerade lese, kurz in ihrer Zeitebene zu lassen, um mich sofort dem neuen Band widmen zu können. Schließlich handelt es sich um den Auftakt des "Genesis Zyklus". (Ist nur mir aufgefallen, dass nach Botschafter KOSH aus Babylon 5 jetzt das Genesis-Projekt aus Star Trek II ins Perryversum überführt wird?)

Scherz beiseite. Es folgt der Versuch einer spoilerfreien Rezension:

Worum geht es?

Die Terraner machen eine seltsame Entdeckung auf dem Merkur, woraufhin es ziemlich im Karton rappelt, woraufhin etwas noch Seltsameres passiert, worauf hin es so richtig derbe im Karton rappelt, woraufhin etwas noch unglaublich viel Seltsameres passiert, woraufhin Perry Rhodan nicht anders kann, als den verdienten Urlaub mit Frau Dorksteiger abzusagen, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Klingt nach klassischem Perry Rhodan, ist es auch.

Was hat mir gut gefallen?

Der Anfang, Baby, der Anfang. Was Verena Themsen da hinlegt ... Ich bin begeistert. Eine wundervoll langsame Einleitung, bei der vor meinem inneren Auge Bilder aus "2001 - Odyssee im Weltraum" auftauchten, filmische Szenen, wie sie Frank Schätzing vermutlich schreiben würde, wenn dieser nur den Bruchteil seiner üblichen Seitenzahl zur Verfügung hätte.
Verena Themsen schafft es, auf den ersten zwanzig Seiten, den neuen Roman, einer Beethoven-Symphonie ähnlich, mit einer wundervoll langsam Einleitung zu versehen. Fabelhaft mystische und sehr geheimnissvolle Szenen auf dem Merkur, perfekt getimed mit faszinierenden Charakteren. Und dann geht die Post ab. In der zweiten Hälfte des Romans kommt es Schlag auf Schlag und wird immer kosmischer.

Ein Fest!

Das Ende, Baby, das Ende. Offensichtlich wird auch im Jahr 1551 NGZ auf Islay noch Whisky gebrannt. Ein überaus beruhigender Gedanke. Ob sich der derzeitige Whiskywahnsinn bis dahin entspannt hat, oder ein 18-jähriger Scotch exorbitant teuer ist ... es steht in den Sternen.

Und Verena Themsen gebraucht das Wort "Schabernack". Hach, ich liebe es.

Was hat mir nicht gefallen?

Da es sich um einen Jubiläumsband handelt, hätte es ruhig ein wenig mehr Umfang sein dürfen. Ich weiß, Heftromanserie, das Format, geschenkt. Dafür hat Band 3000 dann den dreifachen Umfang. Hoffentlich.

Ist "Das kosmische Erbe" als Einsteigerroman geeignet?

Als jemand, der mit Band 2573 eingestiegen ist, halte ich jeden Perry-Rhodan-Roman für einen potenziellen Einsteigerroman. Dann muss man eben ein wenig die Perrypedia nebenher lesen. Nee Quatsch. So ein Zykluseinstieg sollte ja schon einen leichteren Einstieg bieten, als irgendein Heft mittendrin.

Das kosmische Erbe macht sicherlich ein neues Fass auf, weckt ordentlich Neugier und auch Neuleser werden dem Roman gut folgen können. Die wenigen bekannten und etablierten Figuren werden ausreichend in einem halben Absatz beschrieben, wichtige Details der vorhergehenden Handlungen werden zumindest kurz erwähnt und dienen dem Neuleser als Anhaltspunkt für weitere Recherche in der Perrypedia. Die Laren und das atopische Tribunal werden kurz angerissen, aber zu kurz, um bei völlig ahnungslosen Lesern ein einigermaßen verständliches Bild zu vermitteln. Hier bietet sich die Lektüre der Zykluszusammenfassungen ab Band 2700 in der Perrypedia an; oder eben eine Menge Geduld und ein wenig Eigeninitiative. Aber auch das ist typisch Perry Rhodan. Irgendwann fängt jeder an, erschließt sich Dinge durch Recherche, fügt sein eigenes Bild zusammen und beginnt so langsam in diesen gigantischen Kosmos reinzuwachsen. Geht mir ja nicht anders.

Insofern: Ja, "Das kosmische Erbe" ist ein Einstiegsroman, erfordert aber ein wenig Eigeninitiative.

Was erwarte ich von den nächsten 100 Heften?

Ich hoffe inständig, dass es diesmal nicht beim bloßen Namedropping alter Bekannter bleibt, sondern die Rückbezüge, die im Auftaktroman angelegt sind, ein wenig mehr aufgegriffen werden, als in den vorangegangenen Zyklen. Interessant wird hoffentlich auch die Verknüpfung mit der Miniserie "Terminus" die im kosmischen Erben einen Miniauftritt hat.
Und bitte, wenn Perry Rhodan den Weltenbrand als Tatsache ansieht, dann sollte spätestens in band 2999 ordentlich die Dingenskirchen am Dampfen sein um dann in Band 3000 mal wieder einen größeren Bruch einzuführen.

Fazit

Verena Themsen hat einen sehr schönen Auftaktroman zum neuen Zyklus geschrieben, der bei mir Vorfreude auf die nächsten 99 Hefte weckt und der mich vor allem durch seinen Erzählrhythmus begeistert hat.

Und übrigens

Dies ist KEIN sponsored Post. Ich habe KEINE wie auch immer geartete Gegenleistung erhalten und KEIN Belegexemplar vom Verlag zugesendet bekommen. Mein Heft war nur schon am Donnerstag in der Post und ich hatte heute zwei Stunden Zeit zu lesen.

Mittwoch, 15. März 2017

Was ist denn mit Herrn Scheer passiert, lieber Atlan?

Ich hatte ja schon einmal angedeutet, dass mich der Scheersche Stil der ersten Tage durchaus fasziniert. Kurz Sätze, kein bisschen Information zu viel, alles sehr militärisch und zackig.
Das finde ich zwar nicht immer schön zu lesen, aber im Zusammenspiel mit der Ernstingschen Fantasie finde ich das eine tolle Mischung.

Und dann kam Band 50 - Der Einsame der Zeit. Jener legendäre Roman, in dem der unsterbliche Arkonide in seiner Unterwasserkuppel aufwacht, im festen Bewusstsein, dass die "kleinen Barbaren" auf der Erde sich selber ausgelöscht haben.

Diese Schilderung des Aufwachens, Atlans Verwunderung darüber, dass sich die Menschheit offensichtlich doch nicht selbst erledigt hat, sein erstes Treffen mit Perry Rhodan, der legendäre Wasservers während des Zweikampfes ... die Scheersche Knappheit ist wie weggeblasen. Ausführliche Schilderungen ersetzen knappe Kommandos, knackige Dialoge die abgehackten Halbsätze. Auf mich macht der Roman den Eindruck, als hätte Scheer seine Figur gefunden.

Natürlich reden wir hier immer noch von Trivialliteratur, und so manche Szene liest sich wie der Zweikampf zwischen Winnetou und Old Shatterhand im Weltraum. Aber warum auch nicht. Schließlich ist die Ausgangsituation vergleichbar. Der stolze ApachenArkonidenhäuptling trifft einen frisch dem Greenhornstatus entwachsenen Abenteurer. Man haut sich, man bringt sich fast gegenseitig um und verbrüdert sich dann. So weit, so bekannt.

Aber hey, wir lesen vom Meister des Kommandotons zum ersten Mal so etwas wie innere Handlung. Das finde ich bemerkenswert.

Ich bin gespannt, wie Scheer die Atlanfigur weiter entwickelt und wie andere Autoren mit ihr zurechtkommen. In den Handlungsteilen, die ich schon kenne (ab 2600), empfinde ich Atlan als so eine Art mystisch-überhöhten Überfreund, mit dem ich nicht wirklich viel anfangen kann. Aber wie schon bei Gucky lerne ich bekannte Figuren und Typen gerade neu kennen und schätzen. Und das ist großartig.

Montag, 13. März 2017

Leserkontaktseite

Wer im Rheinland lebt und groß geworden ist, kennt die nichtendenwollende Diskussion um die richtige Rheinseite.
Der Kölner an sich lebt im festen Glauben, dass jenseits der Hohenzollernbrücke Sibirien liegt, mit Deutz als kölschem Außenposten. Im sibirischen Düsseldorf hingegen ist man der Meinung, dass hinter der Kniebrücke, abgesehen von Oberkassel, das kulturelle Nichts beginnt.

Als gebürtiger Düsseldorfer im Exil am schönsten Arsch der Welt erlaube ich mir einfach, mir das Beste beider Seiten auszusuchen.

So auch heute. Vom linksrheinischen Wassenach bin ich ins rechtsrheinische Köln Holweide gefahren, um dort die Lücke von 500 Heften zu schließen. Die Freude darüber wird mit Sicherheit morgen beim Sortieren so richtig durchschlagen. Der emotionale Höhepunkt des Tages lag für mich nämlich woanders:

Denn was niemand weiß, Köln Holweide liegt nicht auf der linken oder der rechten Seite des Rheins. Köln Holweide liegt seit heute auf der Leserkontaktseite des Rheins.

Volker Hoff gehört seit dem ersten Tag meiner Leseerlebnisnotizen zu den Heftehaufenlesern und führt selber interessante Blogs, die ich immer noch nicht zur Gänze durchstöbert habe, weil sie so umfangreich und vielseitig sind.

Es gibt ja diese Menschen, die lernst du online kennen, und die sind dir auf Anhieb sympathisch. Bei Volker war ich mir sofort sicher, ihn irgendwann einmal treffen zu wollen. Nachdem wir ja beim letzten Mal bloß aneinander vorbeigefahren sind, hat es heute Abend zufällig in Köln geklappt: wir hatten in einer italienischen Bar unsere ganz eigene Autorenkonferenz auf der Leserkontaktseite Kölns.

Leider verging die Zeit bei leckerem Essen viel zu schnell, für alles, was wir zwei Bekloppte uns zu erzählen hatten. (Ja Volker, ich weiß, dass du der Meinung bist, Perryfans können gar nicht bekloppt sein. Aber mit den Worten Rainer Calmunds erhebe ich dich hiermit kurzerhand in den Stand der "positiv Bekloppten".)

Unsere Gespräche wirbelten ausgehend vom aktuellen Perry Rhodan Roman über Literatur, Technik, Weltraumfahrt, Reisen, Familie, Flugsimulatoren und Träume wieder zurück nach Terrania. Es war ein Fest galaktischer Themen und wir waren uns einig, unsere kleine Konferenz unbedingt wiederholen zu müssen. Hoffentlich bald.

Selbstverständlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, diese kosmische Begegnung angemessen zu dokumentieren. Wozu fährt man schließlich einen Haufen Papier von Köln in die Eifel?

Galaktiker unter sich

P.S.: Volkers Sicht auf die Lage der Dinge findet sich hier. Lesen und durchwühlen durch den Blog. Macht Riesenspaß.

P.P.S.: Mit Blick auf meine übernommene Heftsammlung finde ich ja, dass der Titel des Heftes, das Volker in der Hand hält, wie die Faust aufs Auge passt. Ich versichere, dass das nicht geplant war, wir haben einfach in die Kisten gegriffen. Das war ES. Vermutlich.

Donnerstag, 9. März 2017

Ein unerwartetes Loch und ein paar Funde

Am Dienstag war ich in Koblenz und habe mal einen weiteren Schwung Kisten aus der Sammlerecke geholt. Damit war mein Sortierplatz gestern wieder frei. Bis Heft 1210 ist jetzt alles eingetütet und sauber in Kartons verpackt, die Hefte bis 1322 harren der neuen Lieferung, sind aber schon eingetütet. Parallel dazu habe ich natürlich in Evernote die fehlenden Hefte erfasst.

Fehlende Hefte?

Verdammt, ja. Fehlende Hefte. Bis jetzt hält sich die Sache wirklich im Rahmen. (Es fehlen in den ersten 1300 Bänden keine 50 Hefte.) Heute Morgen hat sich nach Heft 1322 jedoch ein unerwartet großes Loch aufgetan. Die Kartons, die mit "1400" beschriftet waren, enthielten einen Haufen Dubletten in unterschiedlichen Zuständen. Teilweise auch in Auflagen, die ich noch nicht habe. Beim Sortieren der Hefte kam mir dann noch ein kleiner Stapel Atlanhefte, garniert mit ein wenig Raumschiff Promet, Rhen Dark und Orion unter. Das ist mal ein sehr großartiger Fund. Allerdings sind die Hefte teilweise wasserwellig, sodass ich doch noch mal zum Bügeleisen greifen muss. Gegen Wasserwellen hilft Bügeln nämlich durchaus.

Der Einsame aus dem Karton - »Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt«

Mein Sortierplatz ist dann mal wieder belegt


Tja, und was wird nun aus dem Loch?

  • Meine Sammlerseele ist durch die unerwartet große Lücke (ich befürchte so etwa 500 Hefte) doch ein wenig mitgenommen, traurig .... 
  • Mein Verstand weiß, dass ich bis Heft 1322 noch viele Jahre Zeit habe, selbst wenn ich mein derzeitiges Wahnsinnslesetempo beibehalte. Sachlich gesehen besteht also kein Grund zur Aufregung. Ich habe noch Jahre Zeit, um die Hefte zusammenzubekommen.
  • Hat einer von euch, die Ihr hier mitlest zufällig übrige Hefte aus dem Nummernbereich 1300 bis 1800, die ihr loswerden wollt, um mein Loch zu stopfen?
Und was ist mit den Dubletten?
  • Die Dubletten wiederum erfreuen meine Sammlerseele, da es sich dem ersten Eindruck nach vornehmlich um Auflagen handelt, die ich noch nicht habe.
  • Systematisch, wie ich in dieser Sache bin, werde ich wohl nicht darum herum kommen, mal eine Tabelle anzulegen, in der ich für jedes Heft eintrage, in welchen Ausgaben es bei mir vorhanden ist.
  • Von euch hat keiner so eine Tabelle, die alle Liste beinhaltet und mir eine längere Copy-Paste-Nacht mit der Perrypedia erspart, oder?
Und was ist mit mir?
  • Ein ganz klein wenig verrückt bin ich schon, oder?



Sonntag, 5. März 2017

Achtung, das war ein Karton

Im Moment sieche ich mit südsingalesischer Elefantenpest auf dem Krankenlager dahin, was mir Zeit und Gelegenheit gibt, die entstandene Karnevalslücke zu schließen.
Ich war ein wenig unsicher, ob ich nach einer ganzen Woche mit "Detektiv Conan" wieder ins Perryversum finde. Aber es hat mir offensichtlich gefehlt. So sehr, dass ich gleich mal den ersten meiner Kartons fertig gelesen und wieder meinen bisherigen Schnitt von etwa einem Heft pro Tag erreicht habe. Es wird also langsam Zeit, endlich mal das Regal mit dem finalen Stellplatz aufzuräumen.

Aber erstmal werde ich gesund und lese derweil noch ein wenig. Empfehlen kann ich hier gerade - komplett abseits aller SF - den Roman "Eva schläft" von Francesca Melandri, einen historischen Roman, der die Geschichte Südtirols in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschreibt.

Samstag, 4. März 2017

Zeitreise - Ein Bounty vom Flughafen

Die März-Zeitreise geht eindeutig auf Volkers Kappe. Ich bedanke mich vorweg für viele wundervolle Erinnerungen an Nachmittage mit meinem Vater und bitte eventuelle Gedankensprünge und Weitschweifigkeiten schon jetzt zu entschuldigen.
Ich versuche mich einmal an einer logischen Reihenfolge:

»Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt«
Volker hat im Januar von seiner Erinnerung an Lesenachmittage mit Perry Rhodan und Bounty-Riegeln geschrieben. Volker, ich liebe Bounty-Riegel. Danke, dass ich extra für diesen Bericht eine Tüte davon gekauft habe.

Heute gehe ich in den Laden und kaufe mir einen Riegel, aber wie war das damals in den 80ern?
Süßigkeiten waren elterlicherseits ja mehr oder weniger rationiert und 70 Pfennig, der Preis eines Riegels zu Kinderzeiten, machten das Ganze zu einer ziemlichen Luxusangelegenheit.

Um an Geld außer der Reihe zu kommen, hatten wir als Kinder drei Möglichkeiten:

Man konnte Pfandflaschen sammeln.Klar. Das habe ich aber selten gemacht, weil das immer eine Ewigkeit gedauert hat, da auf eine anständige Summe zu kommen.

Wenn man wie ich seine Kindheit in den Siebzigern und Achtzigern in einer Großstadt mit Flughafen verbracht hat, wusste man bessere Möglichkeiten.
Damals konnte man als kleiner Dotz nämlich noch mit einer Plastiktüte zum Büdchen gehen, die in Düsseldorf oft den schönen Namen Trinkhalle tragen, und sich für den Papa mal drei Flaschen Alt einpacken lassen. Das Restgeld durften wir in den meisten Fällen behalten. Da war eine Mark schnell zusammen.

Noch großartiger, allerdings deutlich seltener war ein Besuch auf dem Flughafen. Da standen nämlich Gepäckwägelchen rum, für die man damals noch ein Pfand zurück bekam. 50 Pfennige steckten in so einem Wagen. Da hatte man sein Bounty natürlich schnell zusammen, vor allem dann, wenn man sich getraut hat, am Taxistand freundlich zu fragen. Dabei durfte man sich allerdings nicht erwischen lassen, das war nicht gern gesehen.
Natürlich hatten wir alle von den legendären 50ern aus dem Jahr 1950 mit dem falschen Aufdruck "Bank Deutscher Länder" gehört und jede Münze sorgfältig kontrolliert. Wir waren jederzeit bereit, einen Schatz zu heben.

Nicht gern gesehen war natürlich der Solobesuch des Flughafens. Dazu musste man irgendwie um die Engländerkaserne rum, die es damals im Düsseldorfer Norden gab. Das war mit unseren kurzen Beinen ein ausgesprochen langer Fußweg und lag natürlich komplett jenseits des erlaubten Spielgebietes, was natürlich die Spannung beim Wagensuchen nicht unwesentlich gesteigert hat. Etwas Verbotenes tun und dabei Geld verdienen - wir haben uns gefühlt wie richtig erwachsene Ganoven.

Auf erlaubte Weise zum Flughafen ging es oftmals an Sonntagen. Da war der Zeitschriften- und Buchladen in der Abflughalle (damals noch im alten Düsseldorfer Flughafen) ein beliebtes Ausflugsziel von meinem Vater und mir. Er hat die Augen nach neuen Lucky Luke Comics aufgehalten, ich nach Kofferwägelchen - und natürlich Lucky Luke.
Übrigens gab es in diesem Bücherladen eine ganze Wand voller Silberbände, die schon damals mächtig Eindruck auf mich gemacht hatten. Da mein Vater aber nicht das Geringste von Science Fiction hielt, und auch heute noch nichts damit anfangen kann, hat er mich von diesem "Schundkram" immer recht schnell weggezogen. Noch immer bezeichnet er alles, was irgendwie in Richtung "Weltraumbuch" (Bezeichnung meiner Tochter für Perry Rhodan Hefte) geht, etwas abfällig als "Captain Flutscher".
Wer weiß, was passiert wäre, wenn er das nicht getan hätte. Heute treffen wir uns literarisch bei Arthur Conan Doyle und Edgar Allan Poe.

Das waren schöne Nachmittage damals. Leider haben die irgendwann in den 80ern aufgehört, weil mein Vater IRA-Anschläge auf die nahe gelegene Engländerkaserne befürchtet hat.

Der finanziell lohnenswerteste Ausflug war übrigens der, den ein Freund meines Vaters mit uns unternahm. Der Mann war bezeichnenderweise Schotte und hatte einen ganzen Sack Shillinge, also alter 5-Pence-Münzen dabei. Die waren genau so groß wie Markstücke, die man in den Wechselautomaten für die Kofferwägelchen stecken konnte, um zwei 50-Pfennig-Stücke rauszubekommen. Tja, was soll ich sagen. Der schottische Freund war großzügig und wir waren jung und brauchten das Geld. Wägelchensuchen war an dem Nachmittag gestrichen und schottisches Shortbread hatte zu der Zeit etwas echt exotisches. Dagegen kam kein Bounty an.

Weitschweifige Gedanken, ich weiß. Aber so ist das eben bei mir, wenn jemand in einem Perry-Rhodan-Blog von Bounty-Riegeln erzählt. Danke, Volker.

Und heute bin ich es, der mit seiner Tochter am Köln-Bonner-Flughafen nur schwer aus dem Bücherladen zu bekommen ist.