Samstag, 4. Februar 2017

Moses im Supermarkt

Über die Zukunft der Vergangenheit hatte ich ja hier schon einmal geschrieben. Nach der Lektüre von Band 29 "Die Flotte der Springer" gab es wieder eine Stelle, die mich nicht losgelassen hat, und wieder war es Kurt Mahr, der mich hat nachrechnen lassen.

Auf Seite 46 des Romans schreibt Kurt Mahr über den arkonidischen Kampfroboter RB-013, genannt Moses:

"RB-013 sprach Englisch. Es war keine Schwierigkeit, einem arkonidisch sprechenden Robot das englische und noch ein paar Sprachen mehr beizubringen. Das Speichervermögen wurde pro Sprache nur mit fünf bis acht Promille seiner Kapazität belastet.
(Quelle: Kurt Mahr, Die Flotte der Springer, Moewig Verlag, 1. Auflage, Seite 46)

Jetzt stellt sich mir unweigerlich die Frage: Wie groß ist die Festplatte in Moses' Schädel (oder Bauch, oder Brust, oder sonst wo, wo eben in einem arkonidischen Kampfroboter Platz ist)?

Lass mal überlegen! Wenn ich meinem Tolino ein Englisch - Deutsches Wörterbuch spendiere, habe ich eine Datei von 44,5 MB. Wenn ich davon ausgehe, dass das Arkonidisch der 1980er Jahre (Serienzeit) etwas komplexer ist, als das Deutsch des 21. Jahrhunderts, kann ich mal mit einer Dateigröße von 50 MB rechnen. (Leider ist Arkonidisch nie ausgearbeitet worden. Berechnungen für Sindarin oder Klingonisch wären mit Sicherheit genauer.)
Nehme ich weiterhin an, dass Moses ein durchaus kompetentes Roboterexemplar ist, gestehe ich ihm 5 Promille Speichernutzung zu.

Wenn also ca. 50 MB einer Speichernutzung von geschätzt 5 Promille entsprechen, ist Moses`Gesamtspeicher etwa 10000MB groß, was 10 GB entspricht.

8 GB ist derzeit die kleinste sinnvolle SD Kartengröße und liegt in nahezu jedem Supermarkt zu Preisen unter 10 Euro rum. 1962 hatte ein aktueller Großrechner (TR 4) eine Speicherkapazität von 0,2 MB, was 0,002 Prozent der Speicherkapazität von Moses entsprechen dürfte. Grob überschlagen natürlich.

Kommentare:

  1. Na, ein bisschen mehr muss ja immer noch rechnen als nur die reine Wörterbuch-Kapazität. Grammatik, Aussprache (ok, bei PR hat man das mindestens bis in die 400er-Bände locker mal vernachlässigt, da war alles blechern), und natürlich nicht zu vergessender komplee Gebrauch der Sprache, der über reine Wortübersetzungen hinausgeht. Nehmen wir als einfach mal das 5-fache, das macht dann... ups, immer noch nur 50 GB. Mein Rechner hat einen Hauptspeicher von 32 GB. :D
    Aber für Lochkartenzeiten hat man da schon ziemlich utopisch gerechnet. Respekt!

    Ralf

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    1. Hi Ralf,

      das mit der Grammatik hatte ich tatsächlich vergessen. Die muss natürlich dazu. Die Textausgabe habe ich mit Absicht rausgelassen, da die ja schon im Robot drin gewesen sein dürfte (Zeitformen über zukünftige Ereignisse, die in der Vergangenheit beschrieben wurden und zur Betrachtungszeit schon vergangen sind ... schwierig). Was ich sagen wollte: Text to speech wiegt nix und sollte universell drin sein. Aber das mit der Grammatik stimmt. Wiedemauchsei, es ist faszinierend, wie gut die Rechnung von Kurt Mahr stimmt, ein paar GB hin oder her. Deshalb Respekt!

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