Sonntag, 29. Januar 2017

Ein erster Abschied

Ich habe gerade Band 31 - Der Kaiser von New York gelesen und dabei festgestellt, dass es sich um den letzten Roman von W. W. Shols (Winfried Scholz) für die Serie handelt.

Tja, was soll ich von seinen Romanen halten? Ich bin unschlüssig.

Wie steht Shols für mich im Vergleich zu seinen damaligen Mitautoren?

Da ist Scheer, dessen Ton mich an die "Neue Deutsche Wochenschau" erinnert. Kurz. Knapp. Präzise. Military Science Fiction in ihrer frühen Form. Dann Clark Darlton, der alte Träumer und Märchenerzähler, der sich so oft in wundervolle Beschreibungen seltsamster Landschaften verliert und Stimmungen beschreibt, wie Scheer es nie hinbekommt (zumindest so weit ich das bis jetzt beurteilen kann). Und dann ist da Kurt Mahr, Physiker, jemand der SCIENCE Fiction im besten Sinne schreibt. Präzise, wissenschaftlich, manchmal etwas sperrig, aber immer faszinierend.

Und Shols? Ich bin immer noch ratlos. Er scheint mir seinen Platz damals nicht recht gefunden zu haben. Seine Romane sind einfach ... da. Sein Lieblingsthema schienen die Mutanten gewesen zu sein, aber so richtig ist der Funke da nicht auf mich übergesprungen. Band 9 auf der Venus hat Spaß gemacht, die Rückkehr zur Venus in Band 23 war irgendwie ein komisches Gehacke und der Kaiser von New York hat mich auch nicht mitgerissen. Da wäre mehr drin gewesen.

Fraglich ist auch, wie viel die Exposés seiner Romane hergegeben haben. Ein Kracher ist die Rückkehr zur Venus mit dem Kampf gegen den Ostblock ja nun nicht gerade.
Oder was hätte Shols aus Gucky gemacht, wenn er den Roman denn wie geplant geschrieben hätte?
Hätte Shols einfach mehr Zeit gebraucht, die ihm sein Brotberuf nicht gelassen hat?
"Mer weiß et nit!" wie man bei uns in der Gegend sagt.

Ich bin jedenfalls gespannt auf die Hefte von Kurt Brand, deren erstes mir ja demnächst mit Band 34 unterkommt

Kommentare:

  1. Ich lese seit 1977 PR, seit 1999 noch einmal ganz von vorn, aktuell bei Band 1701.
    Das Lesen erfolgt nicht kontinuierlich, es gibt schon einmal Pausen, teilweise bis zum einem Jahr, aber dann packt es mich wieder.
    Ich begleite das Lesen mit einer datenbankmäßigen Aufbereitung. Teil der Datenbank ist eine Bewertung der einzelnen Bände. Diese Bewertung ist natürlich komplett subjektiv, auch nicht aufgeteilt in Stil, Spannung etc. Einfach am Ende eine Schulnote.
    W. W. Shols schneidet dabei wie folgt ab:
    6 Das Mutanten-Korps 13.10.1961 2
    9 Hilfe für die Erde 03.11.1961 3
    23 Geheimschaltung X 09.02.1962 4
    31 Der Kaiser von New York 06.04.1962 4
    Insofern decken sich unsere Eindrücke ein wenig :-)

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    1. Frappierende Ähnlichkeiten deckst du da auf :-D Wäre interessant, ob sich dein Bewertungsmaßstab verschiebt. Ich selbst will das mal in ein paar Jahren mit der nummer 19 testen, die mir beim ersten Lesen vor ein paar Tagen komplett die Schuhe ausgezogen hat. Wie die auf mich wohl beim zweiten Lesen wirkt.
      Ich fände es interessant zu wissen, welche Daten du für jeden Band erhebst, und ob es das auch öffentlich gibt. Jedenfalls ein echt bewundernswertes Projekt.
      Tjaaa, und was den Lesefortschritt angeht .. Diesen Monat bin ich wohl ein wenig davongaloppiert. Mal schauen, wann meine erste Pause kommt.

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  2. Ein Verschieben des Bewertungsmaßstabs kann ich naturgemäß nicht feststellen, denn ich bewerte die Hefte erstmalig, auch wenn ich die meisten Hefte vor vielen Jahren bereits einmal gelesen habe.
    Was ich jedoch feststelle, ist eine unterschiedliche Wahrnehmung der Zyklen.
    Deren Note ergibt sich ja aus dem Mittelwert der Heftnoten. und da wird ein in meiner Erinnerung toller Zyklus PAN-THAU-RA zu einem unterdurchschnittlichen. Bei den Altmutanten genau umgekehrt.
    Die Einzelnoten lassen mich also die individuelle Zyklusbewertung revidieren.
    Aber das ist nicht durchgängig so. Der ES-Zyklus ist und bleibt mein Favorit - weil auch die 50 zugrundeliegenden Hefte überdurchschnittlich sind. Und die Große Leere ist bei mir am anderen Ende des Spektrums, als Zyklus und als Summe der Einzelnoten.

    Erfasste Daten: Neben den "Metadaten" wie Erscheinungsdatum, Autor etc. ist zentraler Teil der Datenbank die Erfassung aller handelnden Personen. Das sind mittlerweile knapp 25.000 Personen. Die wiederum sind mit den Veröffentlichungen verknüpft, also den Heften, den Planetenromanen, den Atlan-Heften etc., in denen sie genannt werden.
    Keine Zauberei, sondern ein Datenfriedhof, den niemand braucht und der allerlei unsinnige Auswertungen ermöglicht :-)

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    1. Hihi, klar braucht den Datenfriedhof jemand: du! Ich liebe solche Sammlungen abseitig unnützen Wissens und ziehe meinen Hut :)

      Was die Zyklen angeht bin ich schwer gespannt, bin ich als "Nachleser" doch in der Situation grob zu wissen, was kommt. Ein wenig unsicher bin ich bei den Meistern der Insel, das ist aber immer so bei Hypes. Gespannt bin ich auf die Posbis, weil mich da einfach das Konzept dieser Lebensform interessiert, und wie das damals geschildert wurde.

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  3. Ich bewerte nur einmal nach der Lektüre. Die meisten Hefte habe ich bereits vor vielen Jahren gelesen, aber ohne sie mit einer Note zu versehen. Eine Entwicklung des Geschmacks ist daher nicht ermittelbar.
    Feststellen kann ich allerdings, dass einige Zyklen in meiner abstrakten Erinnerung anders abschneiden als es der Mittelwert der jeweiligen Heftnoten belegt. So habe ich PAN-THAU-RA als tollen Zyklus in Erinnerung, die Heftnoten beweisen: ich fand ihn unterdurchschnittlich. Bei den Altmutanten stelle ich das Gegenteil fest.
    Aber durchgängig ist das nicht. Der ES-Zyklus ist und bleibt für mich einsame Spitze.

    Daten?
    Neben den "Metadaten" wie Titel, Autor, Datum etc. ist zentraler Bestandteil der Datenbank die Erfassung aller Personen. Mittlerweile sind es knapp 25.000 Personen, die weiderum mit jeder Nennung mit dem Roman verknüpft sind, sei es dem PR-Heft, dem Planetenroman, dem Atlan-Band usw.
    Da ich (noch) nicht alles gelesen und erfasst habe, klaffen natürlich (gewaltige) Lücken.
    Das ist keine Zauberei, nur ein Datenfriedhof mit der Möglichkeit, allerlei unsinnige Auswertungen durchzuführen :-)

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    1. Da ich die Silber-Edition momentan höre und das mit einem ziemlich langen Abstand zum erstmaligen Lesen der ursprünglichen Romane, kommt es mir persönlich so vor, dass sich zumindest die kritische Haltung zur Qualität der Handlung sehr verstärkt. Abschnitte, die ich damals in den Heften wohl einfach hingenommen habe, lassen mir heute ob ihres unlogischen Aufbaus oder sollte ich einfach sagen, ihres "Idiotenplots" die Haare zu Berge stehen. Wahrscheinlich binb ich zu verwöhnt von den vielen besseren PR-Romanen. ;)
      Für die, die nicht wissen, was ein "Idiotenplot" ist: Wenn die Handlung z.B. einer Folge einer Fernsehserie schon nach 5 Minuten zu Ende wäre, wenn die Protagonisten nicht wie absolute Idioten handeln würden. Wobei manch einer dies auch schon dem Herrn der Ringe vorgeworfen hat. (siehe die alternativen Filmenden auf Youtube) :)

      Ralf

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    2. Nein, den Ausdruck Idiotenplot kannte ich noch nicht. Sehr schöner Fachterminus :)

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  4. An Shols kann ich mich nicht mehr so recht erinnern, aber an Brand!! Den Herren der Ausrufezeichen!!!! Da war sogar noch der von mir ungeliebte Kneifel erträglicher...!!!!! ;-)

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