Mittwoch, 11. Januar 2017

Brüder, es zieht ein Geruch übers Land

Ich mag Perry Rhodan und Hannes Wader. Beide sind auf ihre Art Legenden, durchaus schon älter und in gewissem Sinne auch ein Spiegel ihrer Zeit. Ersterer startete angeblich am 19. Juni 1971 zum Mond. Letzterer hat im Jahre 1996 zusammen mit Reinhard Mey und Klaus Hoffmann eine großartige Platte mit Texten des schwedischen Musikers Carl Michael Bellman (1740-1795). Aus der Epistel 35 habe ich den Titel dieses Blogbeitrags entliehen.

In den letzten Tagen habe ich mich intensiv mit Geruch beschäftigt. Denn machen wir uns nichts vor - die ersten Romanhefte sind mittlerweile 55 Jahre alt. Selbst bei guter Lagerung (was bei meinen Heften bisher der Fall war) und der Verwendung von besserem Papier nehmen Bücher in dieser Zeit einen charakteristischen Altmuff an.

Im Internet liest man allerhand Tricks zur Entfernung dieses Geruchs, vom Einfrieren über die Behandlung mit Natron bis zur wochenlangen Lagerung in Katzenstreu, wobei letzteres anscheinend die besten Erfolge bringen soll.

Ich selbst bin unschlüssig. Katzenstreu stinkt doch irgendwie mehr als alte Bücher es jemals könnten, einen Tiefkühllaster habe ich auch nicht vor der Haustür stehen und 2600 Romane sind ja doch eine Hausnummer. Dabei sind die Hefte weit davon entfernt, irgendwie nach Feuchtigkeitsschaden zu müffeln. Es ist einfach Alter.

Liest jemand mit, der sich dieses Phänomens schon erfolgreich angenommen hat? Oder lasst ihr die Hefte einfach so, weil der Geruch eine Art Patina ist, die dazu gehört? Ich freu mich über Tipps und Erfahrungen im Kommentarbereich.

_______

Ältere Kommentare hierzu:

Kommentare:

  1. Auch ich hab deinen Blog als Feed gespeichert und lese, wenn ich dazu komme. ;)
    Ich habe im Keller auch über 2.500 PR-Hefte gelagert (danach ging ich über zu den eBooks und dann zu den Hörbüchern) und lasse sie einfach so, weil es einfach zu aufwändig wäre sie noch zu behandeln. Und es sind ja auch nicht unbedingt die wertvolleren Varianten.

    Ralf

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Ralf,
      danke für das Abo, es freut mich, wenn dir meine Gedanken gefallen. Bei der Archivierung geht es mir ja auch nicht um materiellen Wert, ich will die Sammlung einfach bestmöglich erhalten, ich denke, as bin ich dem Spender schuldig und außerdem bin ich schon eine Sammlerseele, weswegen ich auf die Papierhefte stehe :)

      Viel Spaß beim lesen und hören
      Martin

      Löschen
  2. Ja, der Sammelwahn ist bei mir auch vorhanden, aber der Platz, der Platz...
    Während die PR-Sammlung inzwischen im Keller eingelagert ist (ebenfalls in Regalen des blau-gelben Schreiners), sind die Regale in der Wohnung voll mit der restlichen Literatur, sprich den SF+F-Büchern sowie Unmengen von Comics. Da muss man halt Prioritäten setzen. ;)

    Ralf

    AntwortenLöschen
  3. Bei verqualmten Autos nimmt man ja gern loses Kaffeepulver, das nimmt durch die große Oberfläche viel Geruch auf. Wäre vielleicht mal einen Versuch wert, und hinterher vorsichtig mit dem Staubsauger wieder einsammeln.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Thomas,

      bei Kaffeepulver hätte ich Angst, dass nachher Flecken von den ätherischen Ölen in der Kaffeebohne auf dem Papier bleiben. Aber vielleicht mal zusammen mit ner Tasse Kaffepulver einige Hefte in eine Plastikbox legen - das könnte ich mir für einzelne Härtefälle gut vorstellen. Werde ich mal testen und berichten.

      Löschen
  4. Für Tupperdosen mit altem Tee-Aroma nehme ich Aktivkohle. Einen Löffel davon in Küchenkrepp falten, und dann einige Zeit im Innern lagern. Weg ist der Geruch.

    Vielleicht kann man das adaptieren. Man muss nur aufpassen, dass das feine schwarze Pulver nicht vagabundiert. Ggf. eine Kiste. unten AK auslegen, oben die Hefte auf Stangen aufgehängt oder so ...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das klingt nach ner Lösung ohne Ölflecken und gefällt mir damit schon mal sehr gut. Danke für den Tipp.
      Ich werde demnächst wohl mal eine Testreihe machen.

      Löschen