Samstag, 22. Juli 2017

Andromedings - Eine Rückschau am offenen Hefte - Teil 2

Wer mein momentanes Lesepensum mitverfolgt, dem ist klar: Der Mann hat Urlaub und viel, viel, viel ... viel Zeit. Jippieh!
So ist es kein Wunder, dass ich in der "zweiten Insel" mittlerweile beim aktuellen Band angelangt und im "Meister der Insel" Zyklus mal wieder einen ordentlichen Satz gemacht habe.

Im Einzelnen nahm ich mir in den letzten Tagen folgende Hefte vor:


PR NEO 152 - Der Feind meines Feindes (Kai Hirdt)

sowie aus dem klassischen Zyklus:

212 - Die Mikro-Festung (W. Voltz)
213 - Giganten am Südpol (H.G. Ewers)
214 - Der Kampf um die Pyramiden (K. Mahr)
215 - Endstation des Grauens (H.G.Ewers)
216 - Aufbruch der Oldtimer (W. Voltz)
217 - Gefahr aus der Vergangenheit (K.H. Scheer)
218 - Brennpunkt Twin (H.G. Ewers)
219 - Teleporter Achtung! (K. Mahr)
220 - Der Tod von den Sternen (C. Darlton)
221 - Verschleppt nach Andro-Alpha (W. Voltz)
222 - Die Doppelgänger von Andromeda (K.H. Scheer)
223 - Die fünfte Kolonne (H.G. Ewers)
224 - Agenten gegen das Imperium (C. Darlton)
225 - Rendezvous im Weltall (K. Mahr)
226 - Die Parasprinter (K.H. Scheer)

Den Anfang machte ich diesmal mit der NEO-Staffel

Die zweite Insel

Tja, was soll ich zu diesem Band sagen. Er hinterließ mich fasziniert und ratlos zugleich. Ich mag Kai Hirdts Sprache, seine Wortwahl und vor allem die Art und Weise, wie er Eric Leyden im Griff hatte.

Kai Hirdt schildert ein verschrobenes Genie außerhalb seiner gewohnten Umgebung und zeigt uns so ganz neue Seiten dieser, wie ich finde, ausgesprochen faszinierenden Figur.

Der Absturz auf einem Planeten, der sich dann als Gefängnis entpuppt ist klassischer SF-Stoff, wie er auch schon unter Captain Kirk zu sehen war. Nichts wirklich Neues, aber echt gut umgesetzt. Selten habe ich so einen großartigen Raumschiffabsturz erlebt, seit die Untertassensektion der Enterprise D durch den Wald gepflügt ist.

Und dann kam der "From Dusk Til Dawn Augenblick" des Romans. Plötzlich haben wir es mit harter, direkter Gewalt und Hinrichtungen zu tun. Starker Tobak, ich war verstört. Wie viel mag hier Exposé und wie viel Autor gewesen sein? Mir war es ein wenig over the top. Nach der Lektüre der Klassiker habe ich aber meinen Frieden mit der Szene gemacht. Schließlich kracht es da auch sehr ordentlich, das scheint wohl zum Zyklus zu gehören. Nun gut.

Der Titel des Bandes erinnerte mich übrigens im Nachhinein an die Aktionen der Akonen in der klassischen Serie: Der Feind meines Feindes - die Akonen wollen mithilfe der Methans die Menschen besiegen.

Die Meister der Insel

Mit der Verkleinerung von Perry und seinen Kumpels scheint die Horror-Springerei zur jeweiligen Falle der Woche ja nun ein Ende genommen zu haben.

Wobei ich mit der Verkleinerungssache immer noch nicht ganz zurechtkomme. Wenn ich einen Körper um das 1000-Fache komprimiere, bekomme ich irgendwann ein thermodynamisches Problem. Sollte ich das umgehen wollen, indem ich die Atome einfach mit verkleinere, kriege ich irgendwann ein quantenphyasikalisches Problem. Das wiederum hätte wohl deutliche Auswirkungen auf ein paar Konstanten und damit auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest.

In den Heften wird das ganze mit so einer Art Potentialkompensator erklärt. Klingt verdammt nach Fluxkompensator und ist wahrscheinlich ähnlich magisch.

Wurst. Nun sind sie ja alle wieder groß und treffen auf einen Gegner, vor dem sogar der halbgottgleiche Atlan feuchte Hände kriegt. Nicht schlecht und schön langsam aufgebaut.

Gut gefallen hat mir auch die Verzahnung mit der scheinbaren Serienvergangenheit im Methankrieg (wobei man sich in der damaligen Autorenschaft offenbar nicht einig war, ob die Methans nun Methan oder Wasserstoff atmen.) Auch das Aufnehmen alter Handlungsschauplätze und bereits vorhandener Techniken war fein.

Alles in allem hatte ich bei den gelesenen Heften den Eindruck, dass alles sehr viel runder und besser aufeinander abgestimmt abläuft, als in den ersten "Zyklen". Ich kann mittlerweile schon nachvollziehen, wie großartig das auf damalige Leser gewirkt haben könnte, und bin gespannt, was da noch so kommt.

Bis jetzt sind die Meister der Insel ja nur ein drohender Schatten.

Ein Kind seiner Zeit

Als ein Symptom seiner Entstehungszeit hat Karl Herbert Scheer den klassischen MdI-Zyklus einmal bezeichnet.

Auch wenn man die Handlungsgänge des klassischen Zyklus und der Neuinterpretation nur schwer miteinander vergleichen kann - in diesem Stadium zumindest, so bietet Scheers Einschätzung meiner Meinung nach einen guten Aufhänger für einen Vergleich.

Den klassischen Heften ist in jeder Zeile der Sturm und Drang, das technische Vorwärtsstreben der 60er anzumerken. Es geht immer weiter. Egal, wie groß die Hindernisse sind, die Terraner packen das.

Und in Perry Rhodan NEO? Das glatte Gegenteil! Alles ist kaputt oder kurz davor auseinanderzubrechen. Die Lage ist komplett aussichtslos. Alles Mist, denn der Feind lauert überall. Das scheint so ein bisschen die Grundstimmung des frühen 21. Jahrhunderts unserer Realität zu sein, oder?

Aber hält gute Science Fiction ihrer jeweiligen Entstehungszeit nicht immer den Spiegel vor? Wie war das denn mit Battlestar Galactica und seinem Remake, oder Kirk, Picard, Sisko und Archer ...

Ad Astra und bis demnächst.






Donnerstag, 20. Juli 2017

Ein Symptom des kalten Krieges


Der Kalte Krieg zwischen Ost und West führte zum Beinahe-Druck auf den Roten Knopf der Fernraketen. Der MdI-Zyklus war ein Symptom der Zeit, in der er geschrieben wurde. (K.H. Scheer im Werkstattband)

Der Zufall wollte es, dass ich mich vor einigen Tagen genau da aufhielt, wo noch vor wenigen Jahren ein undurchdringlicher Zaun, der eiserne Vorhang, Europa geteilt hat. Heute ist der zum Glück abgebaut, und ich kann mich frei über die grüne Grenze von Österreich nach Ungarn bewegen.
Was lag also bei meiner derzeitigen Lektüre näher, als ein wenig auf Spurensuche zu gehen, und einen Teil des MdI-Zyklus genau dort zu lesen - am ehemaligen Eisernen Vorhang.

Nachdem im Jahr 1920 im Vertrag von Trianon über die Zukunft Österreich-Ungarns entschieden worden war, fanden im Jahr 1921 im österreichischen Burgenland noch eine Reihe von Volksabstimmungen über die Zugehörigkeit einzelner Orte zu den neu gebildeten Staaten Österreich und Ungarn statt. Nach diesen Volksabstimmungen konnte die Grenze im Jahr 1922 markiert werden. Viele dieser Steine stehen, wie hier zwischen Mörbisch und Fertőrákos, immer noch:

Ein Grenzstein aus dem Jahr 1922

Wo nach dem Zweiten Weltkrieg ein hoher Zaun die beiden Dörfer bis 1989 voneinander trennte, ist heute wenig mehr zu sehen, als ein verwilderter Grünstreifen, aus dem ab und an ein verwittertes Schild ragt und an vielen Stellen führen Feldwege über die ehemalige Grenze.

Der ehemalige eiserne Vorhang im Jahr 2017

An einem dieser Feldwege steht eine Bank, auf der ich mich niederließ, um "Auf den Spuren der Crest" von H.G. Ewers" und "Geheimwaffe Horror" von K.H. Scheer zu lesen - zum Entstehungszeitpunkt der beiden Romane unvorstellbar, für mich ein besonderes Leseerlebnis.

Ein "Symptom des Kalten Krieges" am ehemaligen Eisernen Vorhang

Montag, 17. Juli 2017

Andromedings - Eine Rückschau am offenen Hefte - Teil 1

ES, irgendwelche Kosmokraten, NEO-Expokraten oder schlicht der Zufall wollten es, dass ich sowohl den klassischen Zyklus "Die Meister der Insel" als auch die Perry-Rhodan-NEO Staffel "Die zweite Insel" parallel lesen kann. Beides zum allerersten Mal, was mir vor einigen Wochen auch schon ein signiertes Plakat zu NEO 150 eingebracht hat. Vielen Dank noch mal nach Rastatt.

Nach der Niederlage von Iratio Hondro kann es nun also endlich losgehen. Ich habe mir vorgenommen, bei diesem Zyklus nicht nur meinen Abschlusseindruck zu hinterlassen, sondern immer mal wieder zwischendurch kurz innezuhalten und ein wenig meine Eindrücke zu schildern.
Mein Vorwissen zum klassischen MdI-Zyklus beschränkt sich auf einige prominente Schlagworte, wie "Faktor", "Icho Tolot", "Mirona Thetin". Bei Neo habe ich zwar alle Texte da (alte Sammlerseele ...), bin aber irgendwo nach der dritten Staffel ausgestiegen und habe fortan nur noch wenige Einzelbände gelesen, habe also auch mit Sicherheit einige recht große Wissenslücken.

Doch nun genug der Vorrede.

Die klassischen Meister der Insel

Im klassischen Zyklus bin ich in den letzten Tagen bis zum Band 211 vorgedrungen. Im Einzelnen kenne ich bis heute folgende Hefte:

200 - Die Straße nach Andromeda (K. H. Scheer)
201 - Sternstation im Nichts (Kurt Mahr)
202 - Die Retter der Crest (Clark Darlton)
203 - Die Stadt der Verfemten (William Voltz)
204 - Das Drung (Kurt Brand)
205 - Der Wächter von Andromeda (H. G. Ewers)
206 - Die Schrecken der Hohlwelt (Kurt Mahr)
207 - Die 73. Eiszeit (William Voltz)
208 - Die blauen Herrscher (Kurt Brand)
209 - Im Banne der Scheintöter (Clark Darlton)
210 - Auf den Spuren der Crest (H.G. Ewers)
211 - Geheimwaffe Horror (K. H. Scheer)

Stark fand ich Band 200, der mit Icho Tolot einen Charakter brachte, der im Gegensatz zu Lemy Danger von der ersten Zeile an funktioniert hat und nicht bloß am Rand herumsteht und auf seinen Partner schimpft (Pfirsich Melbar ist ja immer noch dabei. Upsi. Wie hat der das denn geschafft?)
Und das Sonnensechseck war natürlich auch eine großartige Idee.
Ein wenig rätselhaft bleibt für mich das Motiv des Sprungs nach Andromeda. Zwar gab es da bei den Blues mal ein paar Andeutungen, aber das Hauptmotiv scheint doch zu sein: "Hey cool das ist unmöglich, lass mal machen" - im Grunde also die von Atlan schon oft zitierte nicht zu bremsende Entdeckungslust der Terraner. Nun gut, sei es so, in der Milchstraße wäre bestimmt auch noch Platz gewesen.

Was dann folgt, ähnelt der klassischen Computerspieldramaturgie. Man landet, weil das Triebwerk fehlt, nicht direkt in Andromeda, sondern auf einer Zwischenstation, die sich - wie könnte es anders sein - schnell als Falle entpuppt, der es zu entrinnen gilt. Level für Level geht es durch die einzelnen Fallen, bis es ein wenig langweilig wird, und die Level in der Hohlwelt sogar räumlich greifbar werden. Das hat mich ein wenig an das Motiv der 25 Unsterblichkeitseier erinnert.
"Lass mal was verstecken, Karl Herbert."
"Ist klar Walter, dann können wir das so lange ziehen, wie es uns passt."
Dramaturgisch unschön, aber Rettung naht, Perry und seine Kumpels landen in einer Falle, die sie winzig werden lässt, und der sie nicht innerhalb von 64 Seiten entfliehen können. Mal schauen, wie es weitergeht.

Bis jetzt empfinde ich den Zyklus als leicht verdauliche Abenteuerkost mit ein wenig Foreshadowing (immerhin wurde die Existenz ominöser Meister schon mal angedeutet), allerdings weit davon entfernt, einen Legendenstatus zu rechtfertigen.

Vermutlich bin ich zu unsentimental. Mal schauen, wann die Handlung endlich Fahrt auf- und das Fallengehoppse abnimmt.

Was mir richtig gut gefallen hat, waren die Hefte von Kurt Mahr. In den vorangegangenen Zyklen konnte ich mit seinen Romanen wenig anfangen, vor allem, wenn er sich in die Bekämpfung irgendwelcher Aufständischer verstiegen hat. Das war mir viel zu autoritär und atmete doch schon sehr den Geist der konservativen frühen Sechziger. Ganz anders bei den Meistern der Insel. Hier darf er wieder der Physiker vom Dienst sein, und schafft es sogar, die Grundlagen der Kernchemie in einen Roman einzubauen. Das hat mir gut gefallen, so darf das gern weitergehen.

Ein Blick nach Neodromeda

Nach elf Heften in zwei Tagen habe ich eine kleine Perrypause eingelegt, und mich folgenden NEO-Heften gewidmet:

150 - Sprung nach Andromeda (Rüdiger Schäfer)
151 - Werkstatt im All (Arno Endler)

Dabei gehört Band 150 pro forma ja noch zum vorangegangenen Zyklus. Da Rüdiger Schäfer den Band aber in einem Interview selber als einen Übergangsband außerhalb der starren Reihenfolge bezeichnet hat (wenn auch nicht wörtlich, sondern eher sinngemäß) gehört er für mich zum Andromedazyklus. Das wird der Herr Rhodan schon verschmerzen.

Band 150 zeichnet einerseits das aus, was ich in den ersten drei NEO-Staffeln wirklich toll fand. Herr Rhodan ist keine Abziehfigur eines Superhelden, sondern ein Mensch mit Ecken, Kanten und Fehlern. Exemplarisch möchte ich nur die Stelle am Anfang nennen, an der Rhodan bei der Aufzählung seiner Familie seinen Stiefsohn vergisst, und diesem damit große seelische Schmerzen zufügt. (Was? Wie? Perry hat einen Stiefsohn? Ich muss da glaub ich mal was nachlesen. Wie passiert den so was?)
Von einer zerstörten Erde (Häh! Ich muss echt mal nachlesen. Bald sind ja wieder lange Winterabende) brechen Perry und seine Kumpels nach Andromeda auf. Die Motivation bleibt mir zunächst etwas unklar. Kann es nicht auch in der Milchstraße eine neue Heimat geben? Muss man dazu gleich so weit weg? (Jaha, ich werd das nachlesen, ist gut jetzt!) Erst im Nachfolgeband steht dann was davon, dass man Atlan und Mirona Thetin finden müsse (Häh? Die gibt es im Neoversum schon? Herr, lass Winter werden, ich muss lesen ...)

Nach all der Menschelei folgt dann andererseits ein klassisches Abenteuer, das mich von seiner Struktur her doch stark an klassischen Perry Rhodan erinnert hat. Das Raumschiff wird scheinbar vom Alien der Woche gekapert, es rumst ordentlich und am Ende war alles ganz anders. Viel perryöser geht es nicht. Ich habe mich zeitweise wie in einem Crossover aus "Aliens" und "Tribbles" gefühlt und musste doch das eine oder andere Mal an PR 209 - Im Banne der Scheintöter denken; nur diesmal mit Spinnen statt mit gelben Äffchen.

Schöner Auftakt, wenn mir auch Icho Tolot fehlt, von dem ich weiß, dass es ihn im Neoversum schon gibt. Dafür ist Eric Leyden mit an Bord - dieser uneheliche Sohn von Sheldon Cooper und Gregory House. Großartiger Charakter und so viel plastischer und noch viel nerviger als sein Namensvetter Tyll Leyden aus dem klassischen Perryversum. In meinen Augen ist der frühstücksgeile Katzennarr ein absoluter Höhepunkt des Neoversums.

Etwas ratlos ließ mich dann Band 151 zurück. Zwar ist mir KA-preiswert namentlich aus dem Perryversum bekannt, trotzdem fehlt mir hier eine direkte Vergleichsmöglichkeit. Mal schauen, wann KA-preiswert im klassischen Zyklus auftaucht.
Meiner Meinung nach krankte das Heft ein wenig daran, was vielen NEOs gern vorgeworfen wird: ist Perry Rhodan einfach nur doof oder komplett verzweifelt? Ich lass doch niemanden an meiner Karre rumschrauben, den ich nicht kenne und irgendwas einbauen, wovon ich keine Ahnung hab. Und schon mal gar nicht, wenn ich mal eben in der Nachbargalaxie bin. Sollte Rhodan verzweifelt sein, kam mir persönlich da nicht genug durch. Sollte der NEO-Rhodan einfach nur doof sein, fände ich es schon fast wieder cool. Man überlege nur mal, mit welcher Hemdsärmeligkeit der Klassikrhodan in den ersten 199 Romanen durchs all düst und mal eben Imperien aufbaut und zerschlägt. Ein bisschen doof ist das doch auch, oder?

Wurst, in NEO 151 gefiel mir das Dauergeflirte. Endlich mal Sex and Crime nach 211 Heften 60er-Prüderie. Ich hab die Szenen um den hilflosen Tim Schablonski, seine außerirdische Verehrerin und seine eifersüchtige Freundin gern gelesen.

Lassen sich "Die Meister der Insel" und "Die zweite Insel" vergleichen?

Vergleichen lässt sich bekanntlich alles miteinander. Fraglich ist nur, ob das auch sinnvoll ist. Schließlich haben sich das Perryversum und das Neoversum einfach viel zu weit auseinanderentwickelt.
Bis jetzt habe ich nicht das Gefühl, einen Abklatsch oder ein billiges Remake zu lesen. Vielmehr startet mit Band 150 wohl eine spannende SF-Geschichte über 10 Bände, die sich bekannter Motive aus den Meistern der Insel bedient. Wie geschickt, spannend und unterhaltsam das wird, werden die nächsten Wochen zeigen.

Derzeit liegen die Hefte bis 220 sowie NEO 152 von Kai Hirdt auf meinem Tisch. Mal schauen, wann ich das nächste Mal Rückschau halte.

Samstag, 15. Juli 2017

Neuer Rekord und aktuelle Lieblingsstelle

Tadaaa - ich habe es es tatsächlich geschafft, sechs Perry-Rhodan-Romane an einem Stück zu lesen. Im Moment habe ich sehr viel Ruhe, komme viel zum Lesen und habe schon mehrfach angepeilt, mal einen Tag nur, oder vornehmlich mit den alten Heften zuzubringen. Aber irgendwie war immer nach vier Heften Schluss, weil der Badesee gerufen hat.
Heute war es bewölkt, Zeit genug also, einen Sprung nach vorne im Zyklus um die Meister der Insel zu tun.
Meinen Tag versüßt haben folgende Hefte:

206 - Die Schrecken der Hohlwelt
207 - Die 73. Eiszeit
208 - Die blauen Herrscher
209 - Im Banne der Scheintöter
210 - Auf den Spuren der Crest
211 - Geheimwaffe Horror

Sechs mal Meister der Insel - Das war ein feiner Nachmittag

Letzter Band aus der Feder von Karl Herbert Scheer enthält auch meine aktuelle Lieblingstextstelle:

Wir waren ein gutes Team. Ein halutischer Überriese mit den Fähigkeiten eines hochintelligenten Monstrums, ein verwegener, alles riskierender Terraner mit dem Verstand eines Hochschulprofessors und dem Leichtsinn eines Schuljungen - und ein abgedankter Arkonidenimperator und ehemaliger Flottenadmiral, der schon viel zu lange gelebt hatte, um das Unheil nicht kommen zu sehen.

Großartiger Stoff! Und dass ich mal Zeilen von Scheer zu meinen aktuellen Lieblingszeilen machen würde ...
Überhaupt ist da in meiner persönlichen Autorenwahrnehmung einiges in Bewegung, aber das ist ein anderer Blogpost. Jetzt werde ich erst mal - wie schon angekündigt - auf Perry Rhodan Neo umschwenken.

Martina fehlt

Zum ersten mal habe ich einen Post zuerst auf Facebook veröffentlicht, und dann hier. Ganz einfach aus dem Grund, weil ich ein hochauflösendes Foto für den Beitrag brauchte, das mir die Blogger-App nicht bietet. Und ich war einfach so neugierig, dass ich nicht bis abends warten wollte.
Dafür gibts den Artikel aber jetzt hier im Nachtrag komplett:



Beim Lesen von Band 205 - Der Wächter von Andromeda von H.G. Ewers (Erstausgabe) bin ich auf den gezeigten Text gestoßen. Es ist eine Eintragung mit Kugelschreiber, die sich schräg über den gedruckten Text auf Seite 51 zieht.

Folgende anonym verfasste Gedanken eines Heftvorbesitzers konnte ich entziffern:

tasten
und ganz festhalten
der Körper von Martina
im roten Kleid
Ihre Schenkel
Liebe
Vergessen
Begeheren

Martina fehlt [?]

31.8.70[?]


Martina fehlt - Das Werk eines anonymen Meisters

Ganze ehrlich: Wenn man seine Perry-Rhodan-Erstausgabe so verziert, muss Martina ja ein heißer Feger sein ...

Mittwoch, 12. Juli 2017

Zyklusrückblick: Das zweite Imperium

Das zweite Imperium ist Geschichte. Lesegeschichte. Nach einem kleinen urlaubsbedingten Sprint konnte ich heute Band 199 aus der Hand legen. Wie schon im vorangegangenen Zyklus habe ich das letzte Heft am Wasser genossen, was allerdings eher einem Zufall, als einer Absicht gleichkommt.

Wie war es denn?

Das zweite Imperium war in meinen Augen bis jetzt der wechselhafteste Zyklus. Nicht nur, dass man als Leser drei Zyklen in einem geboten bekommt (plus einen Einzelroman), was natürlich der nachträglichen Einteilung der ersten Hefte in Zyklen geschuldet ist; vielmehr empfand ich "Das zweite Imperium" als den dramaturgisch schwächsten Zyklus bisher. Lesephasen größter Faszination wechselten sich mit solchen allergrößter Verwunderung ob der verschenkten Spannung ab.

Was hat mir gefallen?

Die Blues waren großartig. Das Treffen mit den Gatasern, abschätzig auch Tellerköpfe genannt, war feinste Science Fiction voller Erstkontakte, Raumgefechte und Spionagegeschichten. Den Teil habe ich echt gern gelesen. Interessanterweise werden die Blues bei ihrem ersten Auftreten nicht "Tellerköpfe" genannt, wie es sonst der Fall ist. Kurt Mahr führt die Spezies als Schüsselköpfe ein, was auch ganz gut zu den ersten Innenillustrationen Johnny Brucks passt. Die charakteristische Tellerform der Blues-Köpfe taucht erst auf späteren Covern auf. (Ach ja, immer wenn von "Blueskommandos" oder Ähnlichem die Rede war, musste ich unweigerlich an Musik denken. Netter Nebeneffekt.)

Sehr großartig war in meinen Augen auch die Figur des Iratio Hondro, dem Separatistenanführer von Plophos. Die Geschichte auf Plophos fand ich dramaturgisch zum richtigen Zeitpunkt eingebaut. Es ist in meinen Augen durchaus glaubwürdig, wenn ein expandierendes Imperium irgendwann von innen heraus beginnt zu kolabieren.
Gegen Ende zog sich die Hondro-Geschichte ein wenig. Da hatte ich bei zwei, drei Bänden schon das Gefühl, sie existieren nur, um ein paar Lücken bis zum Band 200 zu füllen.
Dafür war das Ende von H.G. Ewers wieder ein Kracher. Gleich in seinem Debutroman  "Die letzte Bastion" verlegt Ewers den Kampf um Berlin am Ende des Zweiten Weltkriegs in die plophosische Zukunft. Der Diktator Iratio Hondro sitzt führergleich in seinem Bunker, erteilt sinnlose Befehle, während um ihn herum die Welt untergeht. Bruno Ganz im Groschenroman. Ganz großes Kopfkino! Danach werden eine provisorische Militärregierung eingerichtet und freie Wahlen vorbereitet. Das ist deutsche Geschichtsaufarbeitung 20 Jahre nach Kriegsende.
Wahrlich interessant zu lesen.

Was hat mir nicht gefallen?

Der Anfang - Die ersten paar Hefte entbehren für mich jeder nachvollziehbaren Dramaturgie. ES versagt die Zelldusche und schmeißt ne Runde Zellaktivatoren. Dummerweise nur 25 Stück, die Jagd beginnt. Tolle Ausgangssituation. Doch was passiert: Perry und Bulli erhalten ihre relative Unsterblichkeit in den ersten zwei Bänden zurück. Laaaaangweilig. Danach wird mit schöner Regelmäßigkeit pro Heft eins der Unsterblichkeitseier gefunden und irgendjemandem verliehen. Zum Glück bricht dieser Teil recht schnell ab und die Blues tauchen auf. Puhhh.....

Und wer bitte ist Lemy Danger? Zusammen mit seinem dicken Kumpel sollten die beiden wohl in einer Reihe mit Atlan oder Gucky stehen. Zumindest kommen sie in den ersten 15 Romanen gefühlte 20 mal vor. Und gefühlte 25 musste ich lesen, dass die zwei sich nicht abkönnen, obwohl sie sich eigentlich innig lieben. Jeder Roman mit den beiden fing mit diesen Schilderungen an, in denen der eine den anderen niedermacht. Ist das 60er-Humor? Keine Ahnung. Obwohl ich die Siganesen ein recht interessantes Konzept finde und Lemy Danger immerhin solche legendären Titel wie "Lemy und der Krötenwolf" ermöglichte, war ich froh, dass Lemy irgendwann in der Versenkung verschwand. Scheer hat wohl gemerkt, dass das Duo nicht gezündet hat.

Tja, und als ich gerade dachte, dass der Zyklus ein versöhnliches Ende findet, haut Scheer mir mal eben in einem Band den Untergang von Arkon III und die Hochzeit Perry Rhodans um die Ohren. Was bitte soll denn das? Selten so viel verschenktes Potential vor einem Zeitsprung von 70 Jahren gelesen. Ich war echt enttäuscht, vor allem vor dem Hintergrund des völlig unspannenden Anfangs.

Wie lautet mein persönliches Fazit?

Das zweite Imperium war durchwachsen. Neben ein paar tollen Einzelromanen und viel Potential blieb mir einfach zu viel Spannung liegen. Deshalb mal ein hoch auf die heutigen Expokraten. Die modernen Zyklen sind sehr viel komplexer und sehr viel durchdachter.
Einen direkten Vergleich zwischen Alt und Neu, wenn auch der etwas anderen Art werde ich ja beim nächsten Zyklus haben, wo ich die Urfassung und die Neo-Fassung parallel lesen werde.

Filmwochennachtrag

Ursprünglich wollte ich die unerwarteten Filmwochen ja mit dem letzten Post beendet haben, aber ich sollte eben keine Artikel terminieren um es mir dann mit einem Haufen Hefte im Schatten eines Baumes gemütlich zu machen.
Ich nähere mich mit großen Schritten dem Ende des "Zweiten Imperiums", die Schlinge um Iratio Hondro zieht sich immer enger - spannend zu lesen, auch wenn klar ist, wie es ausgeht.
Völlig unerwartet tauchte dann gestern gegen 17:00 örtlicher Sommerlesezeit das Thema "Film" auf der Leserkontaktseite dieses hübschen Romans wieder auf:

Der Sturz des Sterndiktators wäre auch eine schöne Filmszene geworden - »Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt«


Mit dem direkten Bezug zu einem Leserbrief aus Band 166, den ich das Glück hatte, ebenfalls präsentieren zu können, schreibt jemand folgende Zeilen:

Perry Rhodan im Bewegtbild - ich muss unweigerlich an die Ästhetik von He-Man denken - »Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt«
Der Leserbrief wurde im Jahr 1976 veröffentlicht. Damit dürfte das Thema damals vom Tisch gewesen sein, denn offensichtlich spielte für William Voltz auch eine Rolle, dass man in den USA gerade die Enterprise vor die Wand geflogen hatte. 19 Wochen zuvor hatte er sich in der Beziehung ja noch ein wenig anders geäußert.
Aber offensichtlich scheint ja der Vorschlag, den Andreas Schweitzer in einem Kommentar beim letzten Mal hinterließ, schon damals seine Freunde gehabt zu haben: Perry Rhodan als Zeichentrick, oder wie man es heute machen würde, als Animationsserie.

Aber: Träume, Schäume, Sie kennen das. Ich geh mal weiterlesen, mein eigenes Kopfkino betreiben. Schließlich sollte Meister Hondro ja heute noch gefasst werden.

Ad Astra

Dienstag, 11. Juli 2017

Baby lass uns tanzen

Der Abschluss der Filmwochen bleibt der Frage nach dem geeigneten Einstieg in die Welt des Perry Rhodan vorbehalten.
Mein Ansatz ist ja bekannt (Fang bei 1 an und hör da auf, wo du 2011 angefangen hast), aber wahrscheinlich nicht für jeden Leser das Mittel der Wahl. Deshalb möchte ich hier zwei weitere Ansätze vorstellen, die dem ein oder anderen vielleicht schon bekannt sein mögen, die ich aber einfach großartig finde.

Der erste Vorschlag kommt von Robert Corvus aka. Bernd Robker. Robert Corvus ist Autor zahlreicher phantastischer Romane und wird mittlerweile als Stammgastautor bei Perry Rhodan bezeichnet. Robert hat einen sehr aktiven Youtube-Kanal, in dem er Einblicke in seinen Arbeitsalltag gewährt.
Der Autor hat mir gegenüber erwähnt, dass er ursprünglich ein fünfminütiges Video geplant hat, in dem er die größte Raketenheftserie der Welt vorstellt. Dabei rät er implizit vom Beginn bei Band 1 ab. (Ich lass das mal unkommentiert ...)

Herausgekommen sind jedenfalls 80 Minuten feinste und informativste Unterhaltung und die großartigsten Tanzeinlagen seit der Discoszene in Raumschiff Orion:




In deutlich kürzerer Zeit und aus deutlich anderer Perspektive, dafür ohne Tanzeinlagen führt Jennifer Jäger ins Perryversum ein. Jennifer Jäger betreibt ebenfalls einen sehr aktiven Youtube-Kanals rund um das Thema phantastische Literatur und hat sich zum ersten mal der Perry-Rhodan Serie genähert. Eine interessante Sichtweise ist in meinen Augen der Vergleich der Perry Rhodan Serie mit Dr. Who. Absolut sehenswert:

Sonntag, 9. Juli 2017

Wir wollen Weltraumfilme sehen

Da passt du einmal nicht auf, und schon hast du handfeste Filmwochen im Blog.

Band 189 - Die Expedition der Mausbiber liegt mir in der 3. Ausgabe, also in der 2. Auflage mit Aufkleber vor. (Die nicht immer ganz einfache Sache mit den Auflagen und Ausgaben erklärt das einschlägige Fachlexikon in diesem schönen Artikel.)

Auf der Leserkontaktseite dieses Heftes ist der folgende Brief eines Perry-Rhodan-Clubs aus dem Saarland abgedruckt:

Wir wollen Weltraumfilme sehen! - »Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt« 


Vielleicht zeigen sie ja wirklich mal wieder den einzigartigen Perry-Rhodan-Film, wenn nur genug Leute mit dem Wunsch nach Weltraumfilmen an ARD oder ZDF herantreten.

Und übrigens:

Funfact 1: Wenn ich bei duckduckgo nach "Kontaktformular ZDF" suche, führt mich der erste Treffer auf das Kontaktformular der ARD.

Funfact 2: Es könnte sein, dass ich heute zu lange in der Sonne am See gelegen habe und zu viele Raketenheftchen am Stück gelesen habe. (Es waren derer fünf ...)

Freitag, 7. Juli 2017

Der letzte Tag

In meinen gestrigen Gedanken zu einem Perry-Rhodan Film habe ich ja auch kurz die zahlreichen Fanfilme angesprochen, die auf verschiedenen Videoplattformen zu finden sind.
Exemplarisch für all die großartigen Werke möchte ich hier einen Film einbetten, den ich im Jahr 2011 zum ersten Mal gesehen habe. Im Rahmen des damaligen Weltcons im Mannheimer Rosengarten stand mit dem "Stardust Award" auch ein Filmwettbewerb auf dem Programm. Der Streifen "Der letzte Tag" belegte damals den dritten Platz beim Stardust Award.
Ich finde den Film klasse, weil er so eine wundervoll fanische Aura hat, sich selbst mit einem Augenzwinkern nimmt, und zugleich großartige Gedanken zur Serie thematisiert. Doch seht selbst:



PERRY RHODAN - Der letzte Tag from KURZFILMSCHMIEDE on Vimeo.

Die Kurzfilmschmiede ist übrigens auch auf Twitter aktiv.

Donnerstag, 6. Juli 2017

Die Sache mit dem Film

Eine Verfilmung des Perry-Rhodan-Stoffes scheint eins der heißesten Eisen der Seriengeschichte zu sein. Zwar gibt mit "Perry Rhodan - SOS aus dem Weltall" eine Verfilmung aus dem Jahr 1967, die sehr lose auf dem Roman "Unternehmen Stardust" basiert, aber das ist ein zweischneidiges Schwert. Die eine Hälfte der Rhodanisten findet den Film so schlecht, dass sie ihn am liebsten verbannen würde, die andere Hälfte findet das Machwerk so schlecht, dass sie ihn zum Kultfilm erhoben hat. Dazwischen ist nicht viel Platz für andere Meinungen. Ich tendiere eher in die Kultfilmecke, weil ich seit jeher ein Herz für schlechte Filme mit guter Musik habe. Aber ganz ehrlich: guter Film geht anders. Bei Licht betrachtet ist das Ding schon ziemlich gruselig.

Trotzdem ist das Thema Film nie ganz vom Radar verschwunden und lässt keinen Leser so richtig los. Auf Youtube tummeln sich eine ganze Menge richtig guter Fanverflimungen und ich erinnere mich noch rege an den Filmwettbewerb zum Weltcon 2011.
Die Redaktion nutzt die Aufmerksamkeit, die das Thema Film innerhalb des Fandoms erregt, von Zeit zu Zeit sehr geschickt, indem sie beispielsweise solche Artikel veröffentlicht: "Perry Rhodan kommt ins Kino". Netter Klickbait, schicker Trailer, gute PR.

Bei der Lektüre von Band 166 bin ich kürzlich über einen sehr ausführlichen Leserbrief gestolpert, der das Thema aufgreift. Der Band liegt mir in der dritten Ausgabe vor, sodass ich in den Genuss einer Leserkontaktseite kam, die damals noch auf den ersten Heftseiten zu finden war und von William Voltz betreut wurde. Neben einer Reihe anderer Punkte wird dort eine Perry-Rhodan-Fernsehserie ins Spiel gebracht, nachdem "SOS aus dem Weltraum" mit der nötigen Ehrfurcht genannt wurde ;)

Tja, und was schreibt Herr Voltz zum Thema Fernsehserie?
"Sie können sich darauf verlassen, dass wir niemals von diesem Vorhaben ablassen werden."

Dürfen wir dich beim Wort nehmen, Klaus? Sind die Worte des Altmeisters für den aktuellen Redakteur noch bindend?

Da steht es, schwarz auf grau - "wir werden niemals von diesem Vorhaben ablassen" - »Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt«

Auf dem Titelbild gibt es übrigens diesen wundervollen Blue zu sehen, der es leider noch nicht ins Kino geschafft hat - »Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt«
Nee komm, jetzt mal Scherz beiseite. Klar wäre ein Perry-Rhodan Film toll. Und die von William Voltz angeführten Kosten für Special Effects dürften auch kein Argument mehr sein. Trotzdem glaube ich nicht an einen Perry Rhodan Film.

  • Die Serie ist international nahezu unbedeutend. Welches Studio sollte da Geld investieren, wenn es Marvel-Blockbuster wie Sand am Meer gibt.
  • Die deutsche Filmindustrie fasst das Thema SF höchstens mit der Kneifzange an. Mehr oder weniger rühmliche Ausnahmen bestätigen die Regel.
  • Welches Heft sollte man verfilmen? Klar "Mission Stardust", aber mit der Optik und der Handlung lockt man heute niemand mehr hinter dem Ofen vor. Echt nicht.
Und wenn man den Stoff modernisiert? Möööp! Schlimmes Buzzword. Wer im einschlägigen Forum mal zu Pery Rhodan Neo nachliest, wird schnell merken, dass Modernisierungen bei einem Teil der Leserschaft nicht wirklich gut ankommen. Wie wären die Reaktionen da erst bei einem Film.
Übrigens: Ich find Neo total klasse und halte es für eine äußerst gelungene Serie, der ich noch viele, viele Hefte wünsche. Gerade die Anfangshefte lesen sich wie ein richtig guter SF-Film.

Und damit sind wir beim Grundproblem, an dem auch die neuen Star Trek Serien zu knacken haben: Für welche Zielgruppe ist der Film gedacht?

Ein Film für Hardcorefans, die jede Niete auf jedem Kugelraumer beim Vornamen kennen? Ah, geh ... Wirtschaftlicher Wahnsinn. Klar wäre ein Star Trek Film in der klassischen Schuhkartonoptik ziemlich großartig, aber den würden nur alte Säcke und Säckinnen sehen wollen. Und wie einschnürend ein umfangreicher Kanon auf einen Film wirken kann, hat Star Trek 10 gezeigt. Was für ein unrühmlicher Abschied (zumindest in meinen Augen).

Ein Film, der das Thema neu interpretiert? Keine Chance. Science Fiction Fans sind bemerkenswert konservativ und - zumindest was Star Trek und Perry Rhodan angeht - zum allergrößten Teil sehr kanonfixiert. Man erinnere sich nur an den Aufschrei, als Meister Abrams es gewagt hat, den Star Trek Kanon durch einen kleinen Kniff obsolet zu machen. Der damalige Film war zwar wirtschaftlich erfolgreich, aber wer Lust hat, sich eine blutige Nase zu holen, darf den Streifen gerne mal in einem Star Trek Forum als zukunftsweisend und absolut notwendig für das Franchise loben. (Viel Freude, ich bin schon mal Popcorn holen ...)

Vor diesem Hintergrund bin ich fast froh, dass uns ein Perry-Rhodan Film bis jetzt erspart geblieben ist. Außerdem ist Perry für mich Kopfkino, für das ich keine bewegten Bilder brauche. Schon die beiden vorhandenen Comicserien finde ich da eher grenzwertig, wenn ich die aktuelle Cross Cult Reihe auch ganz gerne lese.

Und bei euch? Wie schaut es aus. Perry-Film ja oder nein? Hinterlasst mir einen Kommentar.

Freitag, 30. Juni 2017

Der Monat im Rückblick - Juni 2017

Sechs Monate Heftehaufen - jede Menge Lesespaß und eine Frage ...


Das passierte im Blog:

Ein Viertel aller Artikel in diesem Monat habe ich nicht selbst geschrieben, und das finde ich sehr großartig. Denn am 1. Juni war Einsendeschluss des ersten Heftehaufengewinnspiels. Drei tolle Einsendungen zum Thema "Zeitreisen mit Perry Rhodan" wurden von der Verlagsglücksfee mit zeitreisigen Preisen bedacht und anschließend hier veröffentlicht. Danke noch mal an alle Teilnehmer, mir hat dieses Gewinnspiel einen Riesenspaß bereitet.
Bei den restlichen Artikeln handelte es sich wieder um ein munteres Sammelsurium rhodanesker Kuriositäten und großartiger Perry-Rhodan-Erlebnisse.

So lief die Leserei:

Der Juni 2017 war gespickt mit Feiertagen, die sich wunderbar zu langen Wochenenden ausbauen ließen, was ich weidlich ausgenutzt habe. An drei von drei langen Wochenenden war ich Zelten. Das hat erstens zu der Einsicht geführt, dass Hefte im Zelt keine gute Idee sind; und zweitens bin ich mit Lemy Danger auf den Brocken gefahren.
In den paar Tagen zuhause habe ich den Leserückstand immer wieder aufgeholt, sodass ich weiterhin bei einer Lesequote von einem Heft pro Tag bin.
Neben der Brockenlektüre habe ich eine zweite öffentliche Leserei unternommen: Im Foyer der Bundeskunsthalle lässt sich vortrefflich in den Weltraum flüchten. Die Sessel dort sind wirklich wundervoll. Und ruhig ist es auch.
Übrigens habe ich die Bundeskunsthalle in Bonn an diesem Tag nicht zu einer Ausstellung besucht. Vielmehr habe ich mich im dortigen Restaurant mit Kai Hirdt und Madeleine Puljic zum Mittagessen getroffen. Das war ein Spaß.

Das macht der Sammlungsaufbau: 

Der Haufen ist ersteinmal komplett. Die nächste Perfektionierungsstufe wäre die Anschaffung aller Hefte in der Erstausgabe. Dazu müsste ich aber erst einmal eine genaue Bestandsliste anlegen. Eine Tabelle habe ich schon, mit der ich alle Hefte in den jeweils vorhandenen Auflagen erfassen kann. (So etwas macht man bitteschön im Winter und nicht, wenn es lange Sommerabende gibt.) Außerdem wäre der finanzielle Aufwand abzuschätzen. Vermutlich ist der nicht ganz zu vernachlässigen.
Schöner und interessanter sind im Moment für mich die kleinen Sammlungszuwächse. So haben sowohl Kai Hirdt als auch Madeleine Puljic Romane für mich signiert.
Zusätzlich habe ich ein von Dirk Schulz signiertes Plakat zu Perry Rhodan NEO 150 gewonnen. Das macht sich sehr schön in meiner Perry-Rhodan Ecke und gibt schon einen schönen Vorgeschmack auf die kommende parallele Erstlektüre der klassischen und der NEO-Andromedareise des unsterblichen Raketenpiloten. Zuersteinmal wartet aber noch Iratio Hondro auf mich.

Und außerdem ist da noch eine Frage:

Ich habe vor einigen Monaten mit dem Training einer koreanischen Kampfkunst begonnen. Letzte Woche habe ich meine erste Gürtelprüfung abgelegt und darf jetzt statt des weißen Einsteigergürtels den ersten Farbgürtel tragen. Ich bin jetzt ein Gelbgurt, ein raketenheftverrückter Gelbgurt. Und da stellt sich mir natürlich die Frage: Werde ich zuerst den schwarzen Gürtel erlangen oder alle Perry Rhodan Hefte gelesen haben?
Wir werden die Antwort in einigen Jahren wissen, wenn die hohen Mächte wünschen.

Sonntag, 25. Juni 2017

Mein Pfad nach Andromeda

Kürzlich hat die Perry-Rhodan-Redaktion zehn signierte Poster zum Perry Rhodan Neo Roman 150 verlost. Bekanntlich geht es da ja nach Andromeda, wir werden also die moderne Fassung der "Meister der Insel" lesen können.

Für die Nichtrhodanisten, die hier mitlesen: Der Zyklus "Meister der Insel" sorgt bei alteingesessenen Rhodanlesern noch immer für feuchte Augen und ekstatische Verzückungen. Die Hefte ab Band 200 gelten gemeinhin als der beste Zyklus der ganzen Perry-Rhodan-Serie und sind ein beliebtes Beispiel für das Argument "Früher! War ALLES! Besser!"

Jedenfalls habe ich mich an dem Gewinnspiel beteiligt, bei dem die zehn besten Begründungen für einen Wiedereinstieg in Perry Rhodan Neo prämiert wurden. Da bei mir demnächst die Lektüre von Band 200, also dem Beginn des klassischen Zyklus ins Haus steht, war ich natürlich begeistert über das Reboot und werde beide Ausgaben parallel verfolgen. Wann bietet sich die Chance zur parallelen Erstlektüre schon mal. Wie man sieht, bin ich nicht der Einzige, dem dieses Vorhaben gefällt. Herzlichen Dank nach Rastatt.

Hinweis an die Redaktion: Mit Terminus hättet ihr ja auch mal warten können, bis ich bei Band 400 bin. Ehrlich jetzt! Aber in 830 Tagen lese ich, wenn die hohen Mächte wollen, Band 1000 "Der Terraner", falls ihr da was an Reboot planen solltet *fg*

Natürlich gibt es ein Foto mit Roman und Poster. Bitte sehr; meine Perry-Ecke hat jetzt Neo-Zuwachs bekommen:


Herr Haufen auf dem Weg nach Andromeda (Ich wusste, dass ich dieses T-Shirt noch irgendwann in diesem Blog unterbringen würde ...)



Johnny Bruck, mal wieder ...

Einen großen Teil des Charmes alter Raketenheftchen machen für mich ja die Titelbilder und Innenillustrationen von Johnny Bruck aus. Obwohl die neuen Illustratoren allesamt klasse sind, geht das wahrscheinlich vielen Lesern so. Johnny Bruck ist eben Johnny Bruck.

Es ist mir immer wieder ein Vergnügen, Brucks Bilder zu bestaunen und auf bekannte Komponenten abzusuchen. Schließlich muss sich ein Künstler bei diesem Wochenpensum (pro Woche ein Titelbild plus eine ganze Reihe von Innenillustrationen) ja inspirieren lassen. Johnny Bruck hat dabei immer wieder auf Abbildungen real existierender Flug- und Fahrzeuge zurückgegriffen und diese entsprechend verfremdet. Zwar gibt es dazu bereits eine umfangreiche Untersuchung, aber leider hat mein Budget bisher noch nicht zur Anschaffung von "Perry Rhodan-Illustrator Johnny Bruck - Der meist publizierte Künstler des Universums" gereicht. Aber ich habe ja noch ein paar Hefte vor mir. (Der Link ist übrigens nicht gesponsort, sondern dient lediglich als Hinweis darauf, welches Buch ihr beim Buchhändler oder Antiquar eures Vertrauens erfragen könnt.)

Im Heft 172 - Das Geheimnis der heiligen Insel bin ich wieder über einen Bruckschen Hochgenuss gestolpert:

Quelle: Heft 172 - Das Geheimnis der heiligen Insel, S. 17 - Copyright by Pabel Moewig Verlag, 1964
Eine Szene aus der Handlung, im Hintergrund einige Gefährte, die entweder den Klonkriegen oder dem Besitz von Familie Tracy zu entstammen scheinen - und im Vordergrund ein vollverglaster Hubschrauber.
"Ha," habe ich gedacht, "ein Goldfischglas aus dem Hause Bell."

Aber Johnny Bruck wäre nicht Johnny Bruck, wenn er so offensichtlich zeichnen würde. Statt der damals sicherlich jedem Leser bekannten Bell 47 wählte Bruck das Konkurrenzmodell, eine Hiller UH-12 als Vorlage. Diese Maschine ist zwar auch vollverglast, wurde aber im Gegensatz zur Bell nicht in einer Zivilversion ausgeliefert.
Ich zumindest kannte diesen Helikopter noch nicht. Und da sage noch einer, Perry Rhodan bilde nicht ...



Freitag, 23. Juni 2017

Und er sah, dass es gut war

Auf der Terrasse den Tag mit einem Kaltgetränk und den Spionen von der Erde ausklingen lassen ...

 

Läuft ...

Meine Lieblingsstelle im Heft ist bis jetzt die, wo der Wellensittich in der Zentrale "Telefon" krächzt.
Das erinnert mich doch sehr an einen gewissen Vogel in Rocky Beach, den auch Christian Montillon mag.

Sonntag, 18. Juni 2017

Abenteuer mit Lemy Danger

Ich habe schon erste Nachfragen erhalten, ob ich des Lesens müde geworden sei und deshalb nicht mehr blogge.
Doch halt, ich lese nach wie vor, wenn auch gerade eher in Schüben. Aktuell hänge ich mit Heft 161 ein wenig hinterher. Schuld daran sind die vielen wundervollen verlängerten Wochenenden, von denen ich alle drei genutzt habe, um im Harz Zelten zu gehen.
Einmal war ich mit meiner Siganesin unterwegs, einmal mit der Siganesin und Mondra Diamond und über Pfingsten war ich ganz allein unterwegs.

Zur Perry-Rhodan-Lektüre bin ich an diesen Wochenenden nicht wirklich gekommen, da Hefte und Zelt eine eher inkompatible Kombination sind. Auf meiner Solotour hatte ich zwar Hefte mit, aber Papierlesen im Zelt macht wenig Spaß. Schlechtes Licht, das Gefuddel mit dem Papier ...
Auf den Touren mit Frau und Kind hatte ich dann mein elektrisches Buch dabei, dort aber bewusst Ausgleichsliteratur - Outlander, immer noch.

Trotzdem gibt es Perryöses zu berichten. Lemy Danger und ich waren auf dem Brocken. Das war ein Spaß. Dampfzug und die USO. Natürlich habe ich auch ein paar Bilder mitgebracht.


Lemy Danger auf dem Brocken
Die Topsider waren vor uns da
Lemy hatte Respekt vor den Topsidern, da habe ich ihn wieder in die Tasche gesteckt
Hin und zurück haben wir einen KLOTZ genommen
Ab morgen setze ich mich dann mal wieder an die Hefte.

Ad Astra

Donnerstag, 8. Juni 2017

Gewinnspiel Zeitreisen - 1. Platz

Es war mir eine große Freude, an den beiden vorangegangenen Tagen bereits die Gewinner des 2. und 3. Preises des Zeitreise-Gewinnspiels präsentieren zu können.

Heute dann folgt der Gewinnerbeitrag von Marcus. Und ja Marcus, dieser Beitrag bereitet mir mehr als ein klein wenig Freude. Ich finde ihn großartig! Aber lest selber:


Perry Rhodan und ich – (m)eine Zeitreise zum Anfang einer nun schon über 30 Jahre währenden Freundschaft



Phase 1 – Der Klassiker: Einstieg über die Silberbände

Meine erste Begegnung mit Perry Rhodan verdanke ich einem Mitschüler (altertümlich: einem Klassenkameraden), der mich auf die Silberbände hingewiesen und mir auch mehrere Bände (angefangen natürlich mit Band 1 „Die Dritte Macht“) ausgeliehen hat …

Wann das genau war, kann ich allerdings nicht mehr genau sagen - muss wohl so ca. 1983 gewesen sein; bei meinen Überlegungen für diesen Bericht habe ich recherchiert, dass in jenem Jahr die Silberbände 14 bis 16 erschienen sind. Das könnte passen - gleichzeitig habe ich festgestellt, dass ich in diesem Jahr in der 8. bzw. 9. Klasse war – auch das müsste hinkommen.

So richtig viele exakte Erinnerungen an diese Zeit habe ich allerdings nicht mehr - wie lange durfte ich mir die Bücher (und auch die neu erscheinenden) von Andreas ausleihen? Irgendwann hatte ich doch die Bände im eigenen Schrank stehen – aber wie bin ich damals an diese gekommen? Könnte gut sein, dass es Weihnachtsgeschenke - insbesondere von meinen Großeltern - waren …

Ziemlich sicher kann ich sagen, dass ich den MdI-Zyklus nicht in den Silberbänden gelesen habe; Band 21 „Straße nach Andromeda“ erschien im Mai 1985, da war ich also nicht mehr „dabei“ …

Was ich aber noch weiß, ist, was Perry damals für mich ausgemacht hat, was das Faszinierende an der Reihe für mich war - das Motto lautete in etwa so: „Wenn Du ein Buch zu Ende gelesen hast, findest Du es oft schade, dass Du nicht weißt und auch nicht erfahren wirst, wie es mit der Hauptfigur (die Dir ans Herz gewachsen ist) weitergeht – das ist bei Perry Rhodan anders, für den geht es immer weiter!“.

Und unvergessen ist für mich die atemlose Spannung, die ich empfunden habe, als ich bei einem Urlaub in Spanien (wieso waren wir dem Tag eigentlich nicht am Strand?) bei brütender Hitze im Silberband 10 „Thora“ die Geschichte aus Heft 74 „Das Grauen“ von William Voltz gelesen habe – ich konnte das Buch nicht zur Seite legen, ehe ich nicht die letzte Seite erreicht hatte; noch heute kann ich diese einmalige Atmosphäre, die mit dem „völlig-im-Heft-gefangen-sein“ einherging, „spüren“.

Phase 2 – Der Glücksgriff: Ernst Vlcek (und Kaiser’s) sei Dank!

Wie schon erwähnt war ich Mitte 1985 nicht mehr „up to date“, möglicherweise war auch schon Silberband 19 „Das zweite Imperium“ der letzte Silberband, den ich (zeitnah nach dem Erscheinen) gelesen habe.
Ganz habe ich den Kontakt zur Serie aber nicht verloren, ich wusste ja schon, dass PR eigentlich eine Heftromanserie ist, die wöchentlich (und das sogar in mehreren Auflagen) erscheint, hatte auch bei dem oben erwähnten Aufenthalt in Spanien die Gelegenheit genutzt und mir ein paar Heftchen zum Sonderpreis zugelegt (und mich an den Titelbildchen erfreut bzw. diese bestaunt, unvergessen zum Beispiel das von Heft 44 „Der Mensch und das Monster“) – und so habe ich mir als Urlaubslektüre für den Sommerurlaub mit den Eltern ab und an einen „echten“ Perry geholt, tatsächlich aber nicht am Kiosk oder so, sondern – das weiß ich noch genau – im Supermarkt, bei Kaiser’s.
In einem Jahr habe ich einen Roman kurz vor 600 erwischt – könnte die 596 von H. G. Ewers gewesen sein - der hinterließ aber keinen bleibenden Eindruck …
Im Sommer 1987 gelang mir dann aber der Glücksgriff – der Supermarkt hatte die beiden von Ernst Vlcek geschriebenen Bände 1348 „Die ESTARTU-Saga“ und 1349 „Chronik der Kartanin“ vorrätig (offenbar hatte man – Gott sei Dank - versäumt, den Band der Vorwoche pünktlich aus dem Ständer zu nehmen und zurückzusenden!) – eigentlich hatte ich eher einen Roman aus einer Nachauflage angepeilt, bei der Erstauflage hatte ich Sorge, dass ich überhaupt nicht mitkommen würde, nicht kapieren könnte, um was es da geht.
Aber okay, mangels Alternative nehme ich eben die beiden Hefte – welche ich dann im Urlaub (denke, es war wieder in Spanien) verschlungen habe – nicht, dass ich alles verstanden hätte, aber die Enthüllungen, die Ernst in die beiden Romane gepackt hatte, faszinierten mich total.
Nach der Rückkehr aus dem Urlaub, zurück in Deutschland wollte ich natürlich wissen, wie es weitergeht – Band 1350 war leider nicht mehr erhältlich (den konnte ich mir erst einige Zeit später besorgen; ich kann mich übrigens noch an meine Verwunderung erinnern, „was ist denn das für ein Roman, bei dem im Hauptpersonenkästchen nur 3 Namen aufgeführt werden?“), aber 1351 war da – und ich ab diesem Tag ein treuer, wöchentlicher Perry Rhodan Leser (oder zumindest Käufer) …
Das war Ende Juni bzw. Anfang Juli 1987 (ja, erstaunlicherweise hatte man in Baden-Württemberg damals auch früher Sommerferien und die Schüler mussten schon Mitte August wieder in die Schule) - was im Klartext bedeutet, dass bald mein Jubiläum „30 Jahre bei der Erstauflage dabei“ feiern darf!
Phase 3 – Sammeln, Spekulieren, Schreiben: Mittendrin, nicht nur dabei
In der Folge ging es für mich in Sachen Perry Rhodan von Null auf Hundert: Ich fand den Tarkan-Zyklus klasse - ich fand es toll, zu spekulieren, welche Geheimnisse sich hinter den Geschehnissen verbergen, wie sich die Handlung weiterentwickeln könnte – und habe auch gleich über die Leserkontaktseite (nomen est omen!) nach „Gleichgesinnten“ gesucht, habe Kontakte aufgebaut – und das im Übrigen ganz ohne Internet, per handgeschriebenem Brief! ;-)
So habe ich auch recht schnell erfahren (kapiert), dass es eine Fanszene gibt, das Fandom, mit verschiedenen Clubs und tollen Aktivitäten …
Und ehe ich mich versah, war ich mittendrin – und hatte mein erstes Fanzine in Planung.
Parallel habe ich über Flohmärkte versucht, mir eine Sammlung aufzubauen … Wobei natürlich nicht nur die PR-Hefte Ziel meines Begehrens waren, auch die Taschenbücher mussten her, Hefte aus der ATLAN-Reihe gerne auch, usw. … Ich erinnere mich noch genau: Die Flohmärkte waren in der Regel samstags (logo) – und abends lagen die neu erworbenen Hefte dann vor meinem Bett und habe ich es genossen, in meinen neuesten Errungenschaften zu schmökern, wobei mein Fokus immer auf der LKS lag, diesen Seiten (in den alten Heften ja noch von dem von mir sehr verehrten William Voltz zusammengestellt) konnte man so viel Spannendes entnehmen, so viele Infos zur Serie und zum Drumherum, ich konnte den jeweiligen Zeitgeist riechen und schmecken - Mensch, was hatte ich alles verpasst!
Mir wurde da auch bewusst, dass man wohl mit Start der 5. Auflage im Jahr 1982 Probeexemplare der ersten beiden PR-Hefte auf dem Schulhof verteilt hatte – und ich fragte mich, gab es die damals auch bei „mir“, in „meinem“ Gymnasium?
Zu dieser Zeit gäbe es noch so viel zu berichten:
Wie Robert Feldhoff schnell zu meinem Lieblingsautor wurde, meine Verzweiflung, als ich erfahren habe, dass Horst Hoffmann als Redakteur ausscheidet und auch die Zusammenstellung der LKS aufgibt – ich dachte echt, das ist das Ende der Serie …
Wie ich mit Florian, den ich tatsächlich nach einem auf der LKS abgedruckten Leserbrief angeschrieben und kennengelernt hatte, gemeinsam ein Fanzine namens MacFlock auf die Beine gestellt habe (in der ersten Ausgabe gab es übrigens ein Interview mit Robert Feldhoff sowie die Ergebnisse einer Aktion, bei welcher ich Lesebriefschreiber aus vergangenen Jahrzehnten nach ihrer heutigen Beziehung und/oder Meinung zu PR gefragt habe), meine „unfassbare“ Freude, als bekannt wurde, dass der Perry Rhodan Weltcon 1991 in meiner Heimatstadt Karlsruhe stattfinden wird …
Aber für heute möchte ich es diesen Zeilen belassen – ich hoffe aber, dass ich Dir, lieber Martin, mit diesen Zeilen eine kleine Freude und ein wenig Kurzweil bereiten konnte.
Epilog: Das Foto – mein Heftehaufen
Natürlich hatte ich mir innerhalb weniger Jahre eine komplette PR-Sammlung aufgebaut – was mich aber nicht davon abgehalten hat, im Herbst 1992 über ein Inserat in einer Zeitung nach weiteren Heften, nach Ergänzungen für meine Sammlung zu „fahnden“.
Und ich war erfolgreich – neben einem Band 2 der Erstauflage konnte ich wahrhaft einen „Keller voll Hefte“ erwerben – ich weiß noch, dass mein guter Opel Corsa ziemlich in den Achsen hing, als er die ganzen Hefte transportieren musste. Das beigefügte Foto zeigt mich an meinem Studenten-Schreibtisch inmitten eines Teiles dieser Hefte – man beachte aber bitte auch das „Drumherum“: Links das Poster aus Band 1200 mit dem Konterfei von Willi Voltz, rechts an der Wand ein Jahreskalender, den damals der SFC Universum publiziert hat, usw. … Lass es mich so sagen: PR rules! Yesterday, today - now and forever.

Mittwoch, 7. Juni 2017

Gewinnspiel Zeitreisen - 2. Platz

Wie angekündigt gibt es heute den Beitrag zum 2. Platz im Zeitreisengewinnspiel. Herzlichen Glückwunsch, Steffen.

Steffen reist unter anderem in die Zeit seiner Ausbildung zurück und schickt ein Bild seiner wirklich beeindruckenden Perry-Rhodan-Wand:


Hallo,
zur Perry Rhodan Serie kam ich erst verhältnismäßig spät. Ich lese "erst" seit ca 2003. 
Davor war ich schon eingefleischter SciFi- Fan und hauptsächlich fanatischer Trekkie :) Das ist auch meinem damaligen Ausbilder aufgefallen und dieser hat mir dann zu Perry Rhodan geraten, das war so um das Jahr 1999/2000. Dieser hatte die Serie früher gelesen, aber irgendwann in den 80ern damit aufgehört. Das war so um das Jahr 1999/2000.
Die Hefte hatte ich natürlich schonmal gesehen, aber immer als "billige" Science Fiction abgetan. Das hat auch am Format gelegen, ich kannte nur die berühmten Western Heftchen, die ja von zweifelhafter Qualität waren.
Hinzu kamen die bunten Titelbilder von Johnny Bruck, das hat auf mich alles alt und verstaubt gewirkt mit meinen damals zarten 20 Jahren. 
Irgendwann habe ich dann doch mal ein Perry Rhodan Buch gekauft. In meiner Stammbuchhandlung lag Ende 2002 vom Heyne Verlag eine in sich geschlossene PR Serie namens Andromeda, und das Cover!!! Nicht mehr die verstaubten alten Titelbilder mit komischen Robotern usw., sondern moderne Grafiken!
Also das Buch gekauft und meinem Kollegen voller Stolz gezeigt, worauf dieser kurz den Klappentext gelesen hat und meinte: hört sich ja ganz gut an, aber man sollte schon die Geschichte von vorne lesen, die wäre immer noch am besten.
Ein bißchen enttäuscht habe ich dann das Buch weg gelegt, aber irgendwann haben ich mich dann doch entschlossen die Geschichte anzufangen. Da gab es ja diese silbernen Bücher, in denen die Hefte überarbeitet und gestrafft abgedruckt waren.
Bei ebay konnte ich diese für kleines Geld besorgen und fing voller Enthusiasmus an zu lesen... Was soll ich sagen, ich war hin und weg! Diese Geschichten... obwohl sie so alt waren haben sie mich unglaublich gefesselt und mitgerissen.
Also habe ich dann die Silberbände bis Band 101 gelesen, dann wurde ich ungeduldig und habe ein paar hundert Bände übersprungen und mit Band 1600 (Die große Leere) angefangen. Die Lücken habe ich mit lesen der Zusammenfassungen geschlossen.
Zyklus ab Band 1700 wieder übersprungen und mit Band 1800 (Thoregon) weiter gelesen. Das hat das Feuer dann wieder richtig entfacht, für mich ist dieser Zyklus bis heute einer der Besten. 
Ab Band 2600 bin ich stolzer Abonnent der Serie und versuche die Leselücken der vergangen Zyklen langsam aber sicher zu schliessen. 
Und heute? Heute liebe ich die alten "komischen" Titelbilder von Johnny Bruck ohne die aktuellen Zeichner wie Alfred Kelsner, Dirk Schulz usw. herabzusetzen. Ein Leben ohne Perry Rhodan kann und will ich mir gar nicht mehr vorstellen.
Mein Dank gilt meinem Ausbilder von einst für sein Plädoyer für diese großartige Serie, ohne sein Fürsprechen hätte ich Perry Rhodan wohl nie beachtet. Und mir wäre einiges entgangen...
Ad Astra
Gestern gab es an dieser Stelle bereits Volkers Erinnerungen. Morgen dann freue ich mich darauf, den Gewinnerbeitrag präsentieren zu können.

Dienstag, 6. Juni 2017

Was ist denn jetzt passiert?

Wer sich nach meinem letzten Spontanpost fragt: "Warum liest der Kerl in der Bundeskunsthalle?", dem sei gesagt: "So ganz genau habe ich das auch noch nicht begriffen."

Aber der Reihe nach:

Vor einiger Zeit, da war ich gerade mit dem Blog ganz frisch nach Facebook gewandert, erreichte mich eine Nachricht von Kai Hirdt. Ihr wisst schon, der Typ mit den Comics, der jetzt auch Raketenheftchen in der Erstauflage schreibt.

Jedenfalls, dieser Kai Hirdt meinte, er sei demnächst mal wieder in Bonn, wäre fasziniert von meinem Projekt und hätte Lust, mich zu treffen.
Da kannst du so baff sein wie du willst, da sagst du dann mal spontan ja und freust dir ein Loch in den Bauch. Da ich mich in Bonn nicht wirklich gut auskenne, schlug ich das Restaurant in der Bundeskunsthalle zum Mittagessen vor.
Zwei Männer, zwei Worte - wir hatten ein Date.

Nachdem ich dann von meinem viertägigen "Zelt-und-Zug-Abenteuer" aus dem Harz zurückgekehrt war, schrieb ich Kai kurz an, ob ihm was dazwischen gekommen sei und wir unser Treffen verschieben müssten. Das sei nur der Fall, meinte Kai, wenn ich was dagegen hätte, wenn er Madeleine Puljic mitbrächte.

Also Tisch für drei, und dann saß ich tatsächlich in der warmen Bonner Frühlingssonne mit zwei Perry Rhodan Autoren beim Mittagessen. Meine anfängliche Nervosität war binnen Sekunden verflogen, denn als rhodanistisch veranlagter Mensch hat man sich immer etwas zu erzählen.
Bei Burger, Cola und Riesling drehte sich unser Gespräch um die Science Fiction, den deutschen Literaturbetrieb, Fernsehserien und natürlich unser aller Lieblingsraketenheftchenserie.
Interessant war die Erörterung der Frage, warum wir im deutschsprachigen Raum so ein etwas verzerrtes Bild vom Beruf des Autors als unerreichbarem Genie haben.
Unerreichbar, gar unnahbar waren Madeleine und Kai während unseres Treffens zu keiner Sekunde. Wir zelebrierten einfach ein mittagliches Treffen von Freunden der phantastischen Unterhaltung bei leckerem Essen und fliegender Zeit.
Am Ende mussten wir natürlich noch so ein wenig Fanzeug machen, weswegen ich jetzt Autogramme von Kai Hirdt und Madeleine Puljic habe. Und da wir im Selfiezeitalter leben, durfte ein solches am Ende auch nicht fehlen:

Kai und Madeleine nehmen mich in ihre Mitte

Vielen Dank euch beiden für die vergnüglichen Stunden, ängstliche linke Oberschenkel und das Wissen darum, wann man ein Wiener Schnitzel in eine Semmel packen darf und wann nicht.
Ich hoffe, euch hat die Comicausstellung gefallen und bis demnächst in Hamburch ... ;)

Perry Rhodan in der Bundeskunsthalle

Wenn ich mit dem Auto irgendwo hin fahre, plane ich gern großzügige Zeitreserven ein.
Diese Angewohnheit beschert mir gerade die Lesung von Band 156 "Lemy und der Krötenwolf" im Foyer der Bundeskunsthalle.
Interessanter Kontrast: Perry Rhodan und all die Kunstmenschen, die alten Hefte in der modernen Architektur, der Krötenwolf in all der Kultur ...

Gefällt mir.
 
 

Gewinnspiel Zeitreisen - 3. Platz

Das Gewinnspiel rund um die Zeitreisen ist ja jetzt schon ein paar Tage beendet. Wie schon angekündigt, war die Glücksfee in Rastatt tätig und hat die drei Gewinner ausgelost und die Gewinne, die von mir und dem Verlag bereitgestellt wurden, versendet.

Allen Gewinnern auch von mir noch einmal herzliche Glückwünsche und allen Teilnehmern vielen Dank fürs Mitspielen.

Bereits am Freitag erhielt ich die E-Mail mit den Gewinnerbeiträgen zur Veröffentlichung. Da ich mich aber bis Montag im Netznirvana des Harzes befand, kann ich die drei Gewinnerbeiträge erst ab heute präsentieren.

Den Anfang macht heute der Beitrag zum 3. Platz. Der Text und die Bilder stammen von Volker, der zu den Heftehaufenlesern der ersten Stunden gehört. Volker schwelgt in folgenden Erinnerungen:



Auf dem Gymnasium hatte ich einen Klassenkameraden, der in jeder großen Pause im Gebäude saß, und so komische Hefte las. Ich war damals 15 Jahre alt, man schrieb das Jahr 1972 alter galaktischer Zeitrechnung.
Da wir nicht wussten, dass es sich dabei um die größte Science-Fiction-Serie der Welt handelte, haben wir den Klassenkameraden ziemlich fies aufgezogen und uns regelmäßig lustig über ich gemacht.
Eines Tages saß ich alleine mit ihm in der Pause zusammen und er fragte mich, ob er mir mal einige Hefte ausleihen könnte. Vielleicht würde mich die Serie ja auch interessieren. Ziemlich belustigt habe ich zugestimmt und abends mit dem ersten Heft begonnen.
Es war Heft Nr. 312 „Das Geheimnis der Regenwelt“, und da war es um mich geschehen.
Ich bin völlig in die Handlung versunken, auch wenn ich nicht alle Zusammenhänge sofort verstanden habe. Ich bin gedanklich im Kosmos mitgeflogen und war so vertieft, dass ich nach dem Lesen erstmal einige Minuten brauchte, bis ich wieder in der Realität gelandet war. Zu meiner Mutter sagte ich schon mal: „Lass mich bitte lesen, ich bin momentan Millionen Lichtjahre entfernt“ 
So blieb ich zunächst den Heften treu (der Kollege hatte mir viele Hefte geschenkt). Mit einigen Fans gründeten wir damals sogar einen Perry Rhodan-Stammtisch, und hatten natürlich einen PR-Wimpel auf dem Tisch stehen. So einen Wimpel würde ich heute auch nochmal gerne kaufen. Wir besprachen regelmäßig die aktuellen Hefte, der Stammtisch löste sich dann aber nach einigen Monaten aus verschiedenen Gründen wieder auf.
Nach einer längeren Unterbrechung (die Oberstufe und das Abitur nahmen zu viel Zeit ein) habe ich dann mit den Silberbänden begonnen und einige Zeit lang weitergelesen.
Durch Bundeswehr und anschließendem Studium legte ich wieder eine Pause ein. Dann wurde ich auf den Verlag „TRANSGALAXIS“ aufmerksam. Der Verlag bot sämtliche PR-Hefte in jeweils einem 100er-Block an. Da kam bei mir der Wunsch auf, die Serie endlich einmal vollständig zu haben und ich abonnierte daraufhin alle 2 Monate ein Paket mit jeweils 100 Heften in unterschiedlichen Zuständen (Zustand 1-4). Obwohl ich immer wieder Lesepausen einlegte, war ich sehr glücklich, dass sich meine PR-Sammlung vervollständigte und heute habe ich Zugriff auf alle Hefte, die sich immer noch schön sortiert zu jeweils 100 Heften in Paketen befinden.
Heute lese ich die Erstauflage und die Mini-Serien und versuche - neben anderer Literatur - meinen Leserückstand aufzuholen.
Mein persönliches Highlight war der Besuch des Weltcon in Mannheim im Jahr 2011 (zusammen mit meinem Sohn), über den ich auf meiner Website und in meinem Blog mit Bildern und Videos ausführlich berichtet habe.
Über den genialen Blog „Heftehaufen“ habe ich mittlerweile Martin Ingenhoven auch persönlich kennengelernt. Wir haben uns schon zweimal getroffen, um uns über die Serie ausführlich auszutauschen. Ein nächstes Treffen steht in Kürze an. Über unsere Treffen bloggen wir natürlich regelmäßig, so dass auch andere Leser daran teilhaben können.
Perry Rhodan-Fotos von früher habe ich leider nicht, aber ich habe einige aktuelle Fotos beigefügt.
Ich hoffe, dass die Serie weiterhin so spannend bleibt!
In diesem Sinne: hypergalaktische Grüße von einem zeitlosen Fan!
Ihr findet mich auch im Netz auf meiner Website und in meinem Blog „Zeitreisender“







Tjaha, der Weltcon 2011, mein persönlicher Start in die Serie, wenn man mal von ein paar Heften davor absieht.
Danke Volker für deine Erinnerungen, und lass uns mal ein kleines Treffen in Brühl zelebrieren. Wenn ich mich recht erinnere, bist du ja nicht der einzige Brühler, der hier mitliest ;)

Die beiden anderen Beiträge erscheinen dann morgen und übermorgen. Bis dahin und Ad Astra

Martin

Freitag, 2. Juni 2017

Zyklusrückblick: Die Posbis

So, nach einer kleinen Feiertagslesepause habe ich heute den Zyklus "Die Posbis" zu Ende gelesen. Ein Zufall wollte es, dass ich den letzten Band am Rheinufer in Andernach verschlungen habe, das ja in der Serie schon die ein oder andere Rolle gespielt hat.

Wie war es denn?

Rein gefühlsmäßig war dieser Zyklus irgendwie lang, weil ziemlich zerfasert. Vielleicht kam er mir auch deshalb so lang vor, weil ich die Hälfte der Zeit damit verbracht habe, auf die Posbis zu warten. Denn nach allem, was ich aus späteren Heften weiß, finde ich Posbis ausgesprochen großartig. Eine Lebensform die halb positronisch und halb biologisch daherkommt und wunderbar unaufgeräumte Raumschiffe baut. Das hat schon Potential.


Was hat mir gefallen?

Mattenwillys! Ganz eindeutig Mattenwillys. Mir war nicht klar, dass die schon so früh in der Serie auftauchen. Hätte man mich gefragt, hätte ich die irgendwo in den 800er-Bänden verortet. Aber nein, Mattenwillys tauchen schon irgendwo um Band 140 herum auf.
Für alle nicht PR-Leser: Mattenwillys sind so eine Art lebendige Putzlappen, die sich als Aufpasser der Posbis bezeichnen. Posbis wiederum sind Roboter, die eine biologische Komponente enthalten.
Posbis! Ganz eindeutig Posibs. Die Schilderung des Zentralplasmas, die Erklärung des Posbiverhaltens durch die Hassschaltung, der mehrfache Seitenwechsel der Posbis im Kampf gegen die Laurins. Das war alles sehr toll zu lesen.
Und der Technikwandel! Immer mal wieder taucht der Umbau der Flotte von Sprungschiffen auf Raumer mit Linearantrieb auf. Das hat immer mal wieder schöne technische Akzente gesetzt.
Und! Speckmoos! Allein das Wort Speckmoos ist so großartig, das es mehrere Preise verdient hätte.

Was hat mir nicht gefallen?

Wenn es eines Beweises bedarf, wie unsinnig die nachträgliche Einteilung der frühen Hefte in Zyklen ist, dann ist der Posbizyklus ein großartiges Beispiel. Schließlich tauchen die namensgebenden Positronisch-biologischen Roboter erst in der zweiten Zyklushälfte auf. Davor gibt es allerlei Gedaddel um Arkon, die Antis, die Akonen und Thomas Cardiff. Immer wieder Thomas Cardiff. Irgendwann war es auch mal gut mit Thomas Cardiff. Ich finde die Figur des Thomas Cardif, ihre Hintergründe und Entwicklung wirklich großartig und glaubhaft dargestellt (Verkorkste Vater-Sohn-Beziehung) - aber man kann so ein Thema auch totreiten. Und besonders spannend war der Abschnitt, in dem Cardiff selbst zum "Imperator" wird, nun wirklich nicht. Das würden heutige Autoren anders lösen.

Wie lautet mein persönliches Fazit?


Ich fand den Zyklus zerfahren. Deutliche Längen am Anfang wurden durch ein furioses Finale auf der Hundertsonnenwelt aber durchaus wieder wettgemacht. Gut gefallen haben mir die Geheimdiensteinschübe um die Abteilung III. Und ich mag die Romande von Kurt Brand. Die haben etwas ganz eigenes.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Posbilein im Sonnenschein

Ich sitze gerade im kleinen Kaff Andernach am Rhein, der Heimatstadt des Hyperphysikers Renier Bievre  und verfolge den Kampf um die Hundertsonnenwelt. Von den Temperaturen her bin ich mit unserer einen Sonne voll und ganz zufrieden.

 

Mittwoch, 31. Mai 2017

Der Monat im Rückblick - Mai 2017

Der Mai ist vorbei - Zeit für den Monatsrückblick. Diesmal nicht erst um kurz vor Mitternacht ...

Das passierte im Blog:

Die Aktion, die im Vorfeld am meisten Aufmerksamkeit benötigte, war in diesem Monat sicherlich das Gewinnspiel, das noch bis morgen läuft. Unter dem Motto "Zeitreisen" gibt es einige hübsche Dubletten aus dem Heftehaufen und ein paar attraktive Preise aus der Perry Rhodan Redaktion zu gewinnen. An dieser Stelle noch einmal öffentlichen Dank, an Philine Marie Rühmann, meine Partnerin in Crime, die mir geholfen hat, diese Idee umzusetzen. Morgen werde ich wissen, wie es ausgegangen ist, da die Auslosung der Gewinner in Rastatt erfolgt. Nicht durch mich.
Parallel dazu habe ich dem Blog eine eigene Facebookseite spendiert.

So lief die Leserei:

Meine tägliche Lektüre ist mittlerweile zu einer lieb gewonnenen Gewohnheit geworden. Bis zum verlängerten Wochenende um den 27. Mai lag der Schnitt weiterhin bei einem Heft pro Tag, dazu die aktuelle Erstausgabe und im Moment Terminus. Mein Maddrax-Nebenprojekt läuft immer noch - das ist so schön trashig.
Das lange Wochenende habe ich für einen Kurzurlaub mit meiner Tochter im Harz genutzt. Es war wundervoll. Bewusst habe ich keine Hefte eingepackt, sondern die elektrische Version von "Outlander". Umso mehr habe ich mich dann auf Terminus, die Soprassiden und die alten Hefte gestürzt.

Übrigens: Uwe Antons Geschichte um die Soprassiden liest sich ja vor dem Hintergrund der ganz alten Hefte im Solaren Imperium echt klasse. Perry Rhodan trifft mit den Soprassiden auf eine Zivilisation, die sich in einer ähnlichen Phase befindet, wie die Terraner um das Jahr 2100. Atombomben, Strahler, globale Kriege ... Interessante Parallele

Das macht der Sammlungsaufbau: 

Der Mai war von weiteren Räumaktionen geprägt. Bis Mitte des Monats hat die Demontage verschiedener Klemmbausteinkreationen in Anspruch genommen. Danach schlossen sich einige Umbauaktionen in den Regalen an, sodass jetzt die meisten Sammlungsteile einen ordentlichen Platz haben.
Die Hefte nehmen fast zwei Regale ein, dazu gibt es Platz für Mythor, Dragon, Neo und die Weltbildausgabe, von denen ich die Bände 1-97 kürzlich für sehr dünnes Geld erwerben konnte.
Daneben gibt es noch einige Bretter für Planetenromane und Sekundärliteratur. Da will ich aber noch ein wenig umsortieren, das gefällt mir noch nicht.

Seit Anfang Mai 2017 stehen alle Hefte ordentlich an ihrem Platz

Perry Rhodan Neo, Dragon, Mythor und die Weltbildausgabe werden von einem X-Wing bewacht
Einen Sammlungszuwachs kann ich noch vermelden: Inspiriert von einem Video des Autors Robert Corvus habe ich einfach mal in Rastatt gefragt, ob ich nicht auch ein paar ungeschnitte Druckbögen bekommen könnte. Und siehe da, kurze Zeit später lag Kai Hirdts "Gesetz der Gemeni" im Briefkasten. Vielen Dank noch einmal an die Redaktion. Vielleicht gelingt es mir ja noch, das gute Stück vom Verfasser signieren zu lassen, von dem ich weiß, dass er hier mitliest ... *hüstel*